13.07.2026

Nach der Arbeit

«Velofahren ist schon lange das neue Golf»

Beruflich beschäftigt sich Journalist Thomas Benkö beim Blick mit künstlicher Intelligenz, in der Freizeit mag er es ganz physisch: Stundenlang sitzt er im Velosattel, auf Touren, die schon mal 400 Kilometer und 24 Stunden dauern. In der Sommerserie verrät er, warum das Velo hält, was die Autowerbung nur verspricht.
Nach der Arbeit: «Velofahren ist schon lange das neue Golf»
«Alles ist sehr simpel und spielt sich in der freien Natur ab»: Thomas Benkö, Journalist und AI Innovation Lead beim Blick, über die Vorzüge des Velofahrens. (Bilder: zVg)

Thomas Benkö, wann und wie sind Sie zu Ihrem Hobby gekommen?
Mein Vater war früher schon passionierter Velofahrer. Da musste ich als Kind wohl oder übel auf Touren mit – damals hat er mich noch am Nacken gepackt und die Hügel hochgeschoben.

Was hat Sie so gepackt, dass Sie dabei geblieben sind?
Schon als Teenie wollte ich kein Töffli, sondern lieber ein damals neumodisches Mountainbike. Kurzum, das Velo hält ein, was die Autowerbung nur verspricht: Freiheit – sei es auf Touren oder in der staugeplagten Stadt.

Wie viel Raum nimmt das Hobby in Ihrem Leben ein – zeitlich, aber auch gedanklich?
Viel. Denn irgendwann habe ich gemerkt, dass ich am liebsten lange Touren fahre; nicht schnell, aber beständig wie ein Diesel. Letzthin etwa die Bodenseerunde ab Zürich mit über 400 Kilometern – oder mit «Thömus» über 500 Kilometern von Bern nach München. Das kann schon mal 24 Stunden dauern – nonstop. Zur Abwechslung habe ich aber auch noch ein Dirtbike, ein Rennvelo oder ein Bahnrad für die offene Rennbahn in Oerlikon.

Wie haben Ihre Arbeitskollegen reagiert, als Sie zum ersten Mal von Ihrem Hobby erzählt haben?
Ach, die haben sich langsam daran gewöhnt. Und einige kommen auch mal mit. Wir haben da viele passionierte «Gümmeler» beim Blick – nicht erst, seit Velofahren hip wurde.

Wie gestaltet sich die Vereinbarkeit zwischen Job und Hobby?
Tipptopp! Erstens habe ich seit Jahrzehnten kein ÖV-Abo mehr, sondern mache Bike-to-Work – auch im Winter. Zweitens hat man als Journalist manchmal Schichtbetrieb, sodass eine Runde auch tagsüber unter der Woche drinliegt. Und für die dunklen Abendstunden gibt's schon lange prima Velolichter.

Was finden Sie in Ihrem Hobby, was Ihnen der Beruf nicht gibt?
Alles ist sehr simpel und spielt sich in der freien Natur ab. Da ist der Berg – wenn ich rauf will, muss ich strampeln. Gleichzeitig gibt es mit all den Tracking- und Navi-Apps sowie elektronischen Schaltungen genug technischen «Chichi», um den Geek in mir zu befriedigen.

Gibt es etwas – eine Fähigkeit, eine Haltung, eine Denkweise –, das Sie aus Ihrem Hobby in den Beruf mitbringen? Und umgekehrt?
Tönt jetzt vielleicht ein wenig platt: Dass man mit genug Durchhaltewillen sein Ziel erreichen kann, auch wenn's unterwegs hart ist. Zudem ist Velofahren schon lange das neue Golf: Man lernt interessante Leute kennen.

Haben Sie schon damit geliebäugelt, einen Job näher an Ihrem Hobby zu suchen?
Ich bin zufrieden damit, dass es ein Hobby ist und es noch andere Dinge im Leben gibt. Zu viel des Gleichen ist ungesund.

Wenn sich nun jemand von Ihrem Hobby inspiriert fühlt: Haben Sie Tipps für einen problemlosen Einstieg?
Wenn's um lange Touren beziehungsweise Ultracycling geht, habe ich 2011 «Den längsten Tag» initiiert. Seither fahren wir immer zur Sommersonnenwende 333 Kilometer von Zürich über den Oberalppass nach Zürich. Da kommen immer wieder Leute mit, die noch nie so eine lange Distanz gefahren sind, das freut mich besonders.

Welches nächste grosse Ziel oder Projekt haben Sie sich für Ihr Hobby gesetzt?
Alle grossen Schweizer Pässe bin ich schon mehrmals gefahren – aber in der Romandie gibt's noch viele weisse Flecken. Zudem bin ich zwar gerne ohne Gepäck unterwegs, habe aber trotzdem Gefallen an längeren Touren im Ausland gefunden – darum peile ich als nächstes den Ätna in Sizilien an.



In der Sommerserie «Nach der Arbeit» stellt persoenlich.com zehn Fragen an Menschen aus der Medien- und Kommunikationsbranche, die neben dem Beruf einer besonderen Leidenschaft nachgehen. Eine Übersicht aller bisher erschienenen Folgen finden Sie hier.

 


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