Wenn die Redaktionen der deutschen Talkshows einen Schweizer Gast einladen wollen, denken sie offenbar meistens an den Verleger und SVP-Nationalrat Roger Köppel. So war Köppel letzte Woche Gast in der Sendung «Hart aber, fair», die sich Donald Trump widmete (persoenlich.com berichtete).
Dem SP-Nationalrat Cédric Wermuth geht Köppels Dauerpräsenz in Deutschland offenbar gegen den Strich: «Mit der einseitigen, wiederholten und ausschliesslichen Einladung an einen rechtsextremen Politiker zementieren Ihre Formate auf zwar vielleicht quotenfördernde, aber doch recht billige Art und Weise ein völlig verzerrtes Bild der Schweiz.» Das schieb Wermuth in einem offenen Brief an ARD und ZDF und forderte die Sender dazu auf, ihre Einladungspraxis zu ändern.
Gegenüber «20 Minuten» wehrte ARD-Chefredaktor Thomas Baumann ab. Zwar sei Köppel 2015 und in den ersten Monaten dieses Jahres «in erhöhter Frequenz» zu Gast gewesen dies stehe aber mit der aktuellen Themenlage in Zusammenhang.
Man werde im deutschen Fernsehen auch in Zukunft nicht auf Köppel verzichten, die Moderatoren könnten aber in Zukunft darauf hinweisen, dass Köppel «eben nicht die Schweiz repräsentiert», so Baumann. Köppel selber wehrte sich gegen Wermuths Intervention. "Herr Wermuth sollte nicht mich im Ausland anschwärzen, sondern an seinen eigenen intellektuellen und rhetorischen Fähigkeiten arbeiten, damit man ihn freiwillig einlädt", so der SVP-Nationalrat. (lcv)