08.01.2023

SRF

Werbeplakat mit Vorwürfen beschmiert

Ein Plakat für die «SRF News»-App in Aarau ist mit dem Vorwurf bekritzelt worden, mit Gebühren würde noch Werbung gemacht – weil SRF niemand mehr glauben würde. SRF kontert mit einer ausführlichen Stellungnahme in einem Medienbericht.
SRF: Werbeplakat mit Vorwürfen beschmiert
Mit Vorwürfen beschmiert: Ein Plakat, das für die «SRF News»-App wirbt. (Bild: Screenshot zueritoday.ch)

«Jetzt macht ihr mit unseren Gebühren noch Werbung (weil euch niemand mehr glaubt)! Schämt euch!»: Mit diesen Worten in schwarzer Farbe wurde ein Plakat in Aarau überschrieben, wie aus einem Artikel auf den Today-Portalen hervorgeht. Das Plakat wirbt für die «SRF News»-App und ist Teil der Kampagne, die noch bis am 9. Januar dauert.

Laut Marketingleiterin Claudia Zellerhoff werde SRF überprüfen, ob das Plakat entfernt oder überhaupt noch ersetzt werde. Gegenüber der Today-Zentralredaktion präzisiert sie, dass das Plakat Teil einer Marketingkampagne für die «SRF News»-App sei «und nicht für SRF an sich». Für die Kampagne werde ein mittlerer sechsstelliger Betrag eingesetzt.

Auf den Vorwurf, SRF würde mit den Gebühren «Werbung machen», reagiert Zellerhoff so: «Zusammen mit dem Leistungsauftrag wird der SRG, und damit auch SRF, wie jedem anderen Unternehmen zugestanden, mit Kommunikations- und Marketingmassnahmen auf sich, die eigenen konzessionierten Aktivitäten und das publizistische Angebot aufmerksam zu machen.» Dies würde unter Berücksichtigung der öffentlichen Finanzierung immer im verhältnismässigen Rahmen geschehen, versichert sie im Medienbericht. Zudem: «Massvolle Massnahmen sind seit Jahrzehnten Praxis, zum Beispiel mit Anzeigen in Programm-Magazinen oder auch mit Werbung auf Drittkanälen.»

Weshalb sich SRF für eine Kampagne entschieden hat

Die Konzession verpflichtet die SRG dazu, digitale Angebote für ein jüngeres Publikum bereitzustellen und diese den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechend zu gestalten. «Dies, weil jüngere Menschen ebenfalls eine Medienabgabe zahlen», betont Zellerhoff gegenüber den Today-Plattformen. Nur mit Werbemassnahmen auf den eigenen Kanälen könnten jedoch nicht alle Menschen erreicht werden, die potenziell Interesse an der App hätten. «Deshalb hat sich SRF für eine Kampagne entschieden», so die Marketingchefin weiter.

Was aber sagt SRF zum Vorwurf des Absenders der Plakatschmiererei, dass SRF «niemand mehr glauben» würde? Jérôme Jacky, Leiter der SRF-Medienstelle, zitiert im Bericht eine Erhebung von SRF Audience aus dem Jahr 2022: «Diese zeigt, dass 84 Prozent von allen Nutzerinnen und Nutzern das digitale News-Angebot von SRF als glaubwürdig bezeichnen.» Weiter verweist er auf SRF Audience aus dem Jahr 2020, die ergeben habe, dass die Marke SRF stark mit den Qualitätsmerkmalen Aktualität und Kompetenz verbunden und als eine sympathische und authentische Marke wahrgenommen werde. (tim)


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KOMMENTARE

Andy Wüthrich
09.01.2023 13:10 Uhr
Warum sollte die SRG nicht Werbung für ihre Produkte und Services machen? Ist doch prima, wenn so viele Leute wie nur möglich Kenntnis davon haben. Einen Teil der Gebührengelder in Werbung zu investieren ist notwendig und nichts als selbstverständlich.
Beat Studer
09.01.2023 13:05 Uhr
Es ist eine zumutung,das dieser Sender unterstützt wird.Die gebühren müssen gesenkt werden.
Jakob Jäger
09.01.2023 08:53 Uhr
Diese Gebühren müssen gesekt werden, Einzelene Sendungen sind eine Zumutung
Robert Weingart
07.01.2023 22:38 Uhr
Der Vorwurf mit dem Nicht-Glauben ist unhaltbar, aber man kann sich schon fragen, ob es sich hier um Gebührenverschwendung handelt.
Victor Brunner
07.01.2023 18:30 Uhr
Solche überflüssige Kampagnen sind Beweis das Fr. 200 SERAFE Gebühr genügen. Mit der heutigen Gebühr, über Fr. 300, wird nur ein Wasserkopf am Leben erhalten der der Speziwirtschaft huldigt, keinen Nutzen erbringt und dem linken Meinungsdiktat zugetan ist! Der Schreiber auf dem Plakat hat recht!
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