09.05.2016

L'Agefi

Westschweizer Wirtschaftszeitung in der Krise

Der Chefredaktor will den Problemen und der kritischen Lage mit einem digitalen Umbruch begegnen.
L'Agefi: Westschweizer Wirtschaftszeitung in der Krise

Die Westschweizer Wirtschaftszeitung «L'Agefi» kämpft nach wie vor mit finanziellen Schwierigkeiten und zieht von Lausanne in den Vorort Echandens um. Seit 2003 befindet sich das Blatt in den roten Zahlen. Die Lage sei kritisch, aber die Zeitung werde es auch noch die nächsten Jahre geben, sagte Chefredaktor François Schaller am Montag im Interview mit den Zeitungen «Le Courrier» und «La Liberté».

Er will den Schwierigkeiten mit einem digitalen Umbruch begegnen. Künftig teilt sich die Zeitung die Büros mit der Aevis-Holding, zu der unter anderem die Privatkliniken Genolier gehören. Die Gruppe ist zugleich zu 49 Prozent Teilhaberin der Zeitung. An der journalistischen Unabhängigkeit ändere der Umzug nichts, betonte Schaller im Interview.

Der Hauptaktionär der Zeitung ist der französische Geschäftsmann Alain Duménil, gegen den seit 2014 in der Schweiz ein Steuerverfahren läuft. Wegen dieses Verfahrens gehöre die «L'Agefi» nicht mehr zu den Prioritäten des Hauptaktionärs, hielt Schaller fest. Die Zeitung kündigte im November eine Kapitalerhöhung an, die seither nicht konkretisiert wurde. Das Projekt ist nach Angaben des Chefredaktors nach wie vor in Gang. (sda/sg)

Bild: Keystone


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