Wie SVP-lastig ist die «Arena» wirklich?

Tamedia - «Tages-Anzeiger» geht dem Vorwurf aus den Reihen der SP auf den Grund und hat die Sendungsdaten ausgewertet.

Als sich «Arena»-Zuschauer in einer Facebookgruppe zusammentaten und eine Sendung zu den Panama Papers forderten, anstatt einer Handschlag-Debatte schaltete sich auch die SP ein (persoenlich.com berichtete): Mehrere Parteimitglieder schrieben einen offenen Brief an TV-Chefredaktor Tristan Brenn und «Arena»-Moderator und Redaktionsleiter Jonas Projer.

In dem Brief wurde bemängelt, dass die «Arena» zu oft Themen behandle, die auf der SVP-Agenda stünden und auf reisserische Titel setzen. Redaktoren des «Tages-Anzeigers» haben sich den Vorwürfen angenommen und die Themen der «Arena»-Sendungen zwischen November 2014 und April 2016 ausgewertet.

Sie sind zum Schluss gekommen, dass die Themen Migration, die Beziehungen der Schweiz zur EU und der Islam dominiert hätten. Themen also, die tatsächlich eng mit der SVP-Agenda verbunden sind. Dies seien aber Themen der politischen Aktualität, die die «Arena» einfach aufgreife, begründet die «Arena» die Themenwahl.

Kommt hinzu, dass gemäss «Tages-Anzeiger»-Analyse die Themen Flüchtlinge, Islam und EU oft für hohe Quoten über 20 Prozent sorgten, während bei Sendungen zu Kinder- und Ausbildungszulagen beispielsweise lediglich 10 Prozent der Zuschauer einschalteten. Quoten-Spitzenreiter ist allerdings das Thema Verkehr, dem zwischen in den letzten anderthalb Jahren allerdings lediglich zwei Sendungen gewidmet wurden.

Projer beteuerte gegenüber «Tages-Anzeiger» jedoch, die Quoten seien nicht ausschlaggebendes Argument für die Themensetzung. Die Redaktion entscheide jede Woche aufs Neue, was diskutiert werden soll. In Frage käme jedes Thema, ausser es sei in der selben Woche bereits im «Club» oder bei «Schawinski» behandelt worden. (lcv)

Bild: SRG