14.07.2004

Klaus Vieli

"Wir sind journalistisch immer noch zu verklemmt"

"10vor10"-Chef im Gespräch mit dem Tages-Anzeiger.

"10vor10" sollte mehr Beiträge zum Thema Sex bringen. Dieser Meinung ist Redaktionsleiter Klaus Vieli, wie er in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger erklärte. "Wir sind journalistisch immer noch zu verklemmt", tadelt er sich und seine Redaktion. Um augenzwinkernd zu ergänzen, dass er hoffe, dass "Sex in der Schweizer Bevölkerung -- und auch bei unserer Redaktion -- eine grössere Rolle spielt als in unserer Sendung."

Vieli, der vor einem guten Jahr seinen Posten beim SF-DRS-Aushänge-Schild übernommen hat, sieht sich persönlich dazu verpflichtet, einen Nachrichten-Journalismus zu betreiben, der sich "auch nach den Interessen der Zuschauer richten müsse". Dabei setzt der Journalist auf eine Mischung von harten und weichen Stoffen, die es publizisitisch zu bearbeiten gelte.

Auf die Frage hin, ob sich "10vor10", wie von ihm bei Amtsantritt gewünscht, aufgelockert habe, antwortet Vieli: "Ob ich das gesagt habe, weiss ich nicht mehr, es ist nämlich der falsche Begriff." Eine Nachrichtensendung habe ein relevantes Bild der Welt zu vermitteln, gespiegelt in den Interessen des Zuschauers. "Dazu gehörte im vergangenen Jahr natürlich der Irak-Krieg, den wir sehr gut abgedeckt haben. Mit den Wahlen und dem Bundesratskrimi rückte dann die Innenpolitik ins Zentrum. Heute haben die Leute von der Politik genug und sind an anderen Beiträgen interessiert. Zum Beispiel an der Geschichte von Rosmarie Voser, die auf ein Spenderherz wartete."


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