18.11.2015

L'Agefi

Wirtschaftszeitung in finanziellen Schwierigkeiten

Die Betreibungen belaufen sich auf 1,1 Millionen Franken.
L'Agefi: Wirtschaftszeitung in finanziellen Schwierigkeiten

Das Westschweizer Wirtschaftsblatt "L’Agefi" steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Die Geschäfte laufen schlecht, die Auflage ist in den letzten Jahren gesunken und beträgt heute noch 5000 Exemplare. Wie der "Tages-Anzeiger" in der Ausgabe vom Mittwoch schreibt (Artikel online nicht verfügbar), haben Gläubiger die Wirtschaftszeitung auf 1,1 Millionen Franken betrieben.

Die Forderungen werden von der AHV-Kasse, der Pensionskasse, einer Druckerei und vom Bund gestellt. "L’Agefi"-Chefredaktor François Schaller beschönigt die Situation nicht, sagt jedoch gegenüber dem "Tages-Anzeiger": "Rückstände bei der Zahlung der Sozialleistungen sind kein Delikt."

Vermögen blockiert

"L’Agefi" – eigentlich "L'Agence Economique et Financière" – will nun das Aktienkapital um 1,5 Millionen Franken erhöhen. Dies wurde an der Generalversammlung vom 29. Oktober beschlossen. Inhaber der Zeitung ist Alain Duménil, der 51 Prozent der Aktien hält. Die restlichen 49 Prozent liegen via Aevis Victoria Holding bei Antoine Hubert.

Mehrheitsaktionär Duménil sagt auf Anfrage des "Tages-Anzeigers", er könne zurzeit kein Geld einschiessen. Der Bund habe Teile seines Vermögens blockiert. Duménil soll dem Fiskus 54 Millionen Franken vorenthalten haben, bestreitet die Vorwürfe jedoch. Er habe alles deklariert und versteuert (persoenlich.com berichtete). Die Eidgenössische Steuerverwaltung muss die Angelegenheit nun abschliessend beurteilen. Solange kämpft "L’Agefi" weiter ums Überleben. (ruh)

Bild: Laurent Gillieron, Keystone



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