10.03.2013

"Automobil Revue"

Zeitung kämpft mit Liquditätsproblemen

Die drei wichtigsten Kaderleute verlassen die Zeitung.

 

Sie ist das wichtigste Sprachrohr der hiesigen Autobranche: Seit 106 Jahren gibt es die "Automobil Revue" (AR). Doch die Zeitung ist in den letzten Jahren kommerziell vom Kurs abgekommen, wie die Zeitung "Der Sonntag" berichtet. Jüngst waren einzelne Ausgaben auffällig dünn, mit Umfängen von gerade mal noch 32 Seiten. Die 15-köpfige Redaktion ist verunsichert, und ebenso die Autoimporteure. Vor einem Jahr hat der Zürcher Grossverlag Tamedia die "Automobil Revue" dem jungen Baselbieter Verleger Dominique Hiltbrunner (35) verkauft, der auch die Basler Gratiszeitung "Spatz" verlegt. In den vergangenen Monaten verschlechterte sich die finanzielle Lage des Verlags. Freie Mitarbeiter der "Automobil Revue" – Auflage: 35'000 – warten oft monatelang auf ihr Honorar. Verleger Hiltbrunner bestreitet das nicht: "Wir sind von der Zahlungsmoral unserer Debitoren abhängig, und die hat sich generell eher verschlechtert. Wir bezahlen jede Rechnung, aber manchmal etwas später."

Gedruckt wird die AR weiterhin bei Tamedia – gemäss Insidern nur gegen Vorauskasse. Hiltbrunner sagt dazu: "Das ist eine operative Frage, da bin ich nicht informiert. Es kann sein, dass wir vorauszahlen, weil wir dann Skonto erhalten." Die drei wichtigsten Kaderleute haben die Zeitung verlassen oder tun dies in den nächsten Wochen. Chefredaktor Olaf Kuhlmann geht Ende April, Geschäftsführer Rehné Herzig ist bereits weg und auch Anzeigenleiter Remo De Piano hat gekündigt. Letzterer wird nicht ersetzt, seine Arbeit übernimmt der neue Geschäftsführer Robert Vego in Personalunion. Auch einen neuen Chefredaktor gibts nicht, bis auf weiteres übernehmen zwei bisherige Redaktionsmitglieder die Leitung (persoenlich.com berichtete). (Sonntag)


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