09.09.2008

Google

Zeitungsarchive werden digitalisiert

Mehr als hundert Zeitungen sollen bald ins Netz gestellt werden.

Die grosse Google-Familie soll schon bald um ein weiteres Feature reicher werden. Wie das Unternehmen am Montag Abend bekannt gab, habe man damit begonnen, historische Zeitungen zu digitalisieren, darunter die "New York Times", "The Independent" und "Forbes". Ziel des Projektes sei es, längst vergessene Geschichten wieder zugänglich zu machen, heisst es von Google. In den kommenden Jahren wolle der Konzern zusammen mit Partnern mehrere Millionen Zeitungszeiten einscannen und diese im Google-News-Archiv frei zugänglich machen.

Grundlage für den Service ist ein zwei Jahre altes Feature, dass Google-Nutzern erlaubt, die digitalen Archive von "New York Times", "Washington Post" oder dem britischen Magazin "Time" zu durchsuchen. Ähnlich wie bei diesem können nun auch die eingescannten Zeitungen nach Schlagwörtern oder ganzen Sätzen durchsucht werden. Damit ergänzt der Branchenprimus seine eigene digitale Bibliothek um eine wichtige Registerkarte. Bereits vor Jahren hatte Google damit begonnen, Bücher zu digitalisieren und so seine eigene Online-Bibliothek aufgebaut. Doch ist man mit diesem Projekt noch längst nicht so weit, wie man gerne wäre. Denn Streitigkeiten über ungeklärte Urheberrechte verhindern einen schnelleren Ausbau des Angebots.

Unter anderem ist ein Artikel über Armstrongs Mondlandung als Vorgeschmack online verfügbar. Er entstammt der "Pittsburgh Post-Gazette" vom 21. Juli 1969, die in ihrer kompletten Ausgabe durchgeblättert werden kann. Unter den Partnern findet sich laut Google auch die älteste Tageszeitung Amerikas, der "Quebec Chronicle-Telegraph", der seit 1864 erscheint. Wie pressetext auf Nachfrage erfuhr, werde man sich zwar vorerst auf den US-amerikanischen Raum konzentrieren, plane aber eine Ausweitung des Projektes auch auf Europa. "Von daher wird das Feature vorläufig auch nur über die US-Google-Seite abrufbar sein", sagt ein Google-Sprecher gegenüber pressetext.

Finanziert wird das Zeitungsprojekt über Werbeanzeigen, die während der Suchanfrage angezeigt werden. Der Gewinn aus diesen Anzeigen soll nach Berichten des "Herald Tribune" zwischen Google und den Zeitungsverlagen geteilt werden. (pte)


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