TV-Kritik

Das Ranking der Sportmoderatoren

Mit seinen Sportmoderatoren war SRF selten so gut aufgestellt wie heute. Keiner fällt ab. Drop of bitterness: Nach dem Weggang von Steffi Buchli befindet sich nur noch eine Frau in der Mannschaft. Eine Gesamtbeurteilung:

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**** Matthias Hüppi
Der 59-jährige St.Galler ist am längsten dabei und der Grandseigneur der Sportpräsentatoren. Seit 32 Jahren moderiert er das «Sportpanorama». Mit Bernhard Russi kommentierte er über 30 Jahre Ski alpin. Vor und hinter der Kamera souverän und sehr kompetent. Und immer freundlich. Ein Leuchtturm beim TV-Sport. Hüppi mögen praktisch alle. Was seine Brillen betrifft, sollte er sich vielleicht mal von seinem Freund Bernhard Russi (Botschafter von Visilab) beraten lassen.


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**** Rainer Maria Salzgeber
Vorteil: Auch 48-jährige Üsserschwizzer verstehen sein Walliserditsch. «Salzi» ist seit 1994 bei SRF ein sicherer Wert. Bei Fussball- Grossveranstaltungen (EM und WM) oder Champions League fühlt sich der Wahlzürcher (moderiert auch «Sport aktuell») am wohlsten. Diesen bewanderten Sportsmann kann nur wenig aus der Ruhe bringen. Salzgeber ist ein «Fashion victim». Mit seinen oft schrillen Anzügen, Hemden und Schuhen ist er der Gottschalk der TV-Sportredaktion.


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**** Sascha Ruefer
Wie für seinen Kollegen Salzgeber ist Fussball die liebste Sportart des Solothurners, der seit 1997 bei SRF arbeitet. Unter dem früheren SRF-Sportchef Urs Leutert hatte es Ruefer nicht leicht. Der 45-Jährige war für manche zuweilen etwas vorlaut und lehnte sich mit einigen Sprüchen am Mikrofon etwas gar weit aus dem Fenster. Temp passati. Seit 2008 kommentiert er als Nachfolger von Beni Thurnheer alle Spiele der Schweizer Nationalmannschaft. Und macht das gut. Zu sehen ist er nach wie vor bei «Sport aktuell». Früher moderierte er manche Schlagersendungen. Heute tut er dies nur noch ausserhalb des Fernsehens.


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**** Jann Billeter
Der in Davos aufgewachsene Zürcher spielte einst Eishockey beim HC Davos und und EHC Winterthur. 1997 ging er zum Fernsehen. In den ersten Jahren kommentierte er Tennis. Seit 2004 ist er Eishockey-Moderator und -Kommentator. Seit elf Jahren präsentiert der 45-Jährige auch das «Sportpanorama». Billeter ist vielseitig einsetzbar, unter anderem auch als Reporter bei Ski alpin. Ein Sympathieträger, der immer über den Dingen steht. Für mich der beste Mann beim SRF-Sport.


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**** Lukas Studer
Die Fachgebiete des verschmitzten Thurgauers sind Ski, Fussball und Eishockey. Der ehemalige Lehrer gehört seit 2003 zur SRF-Sportcrew, moderiert «Sport aktuell» und «Sport live» und macht vor der Kamera auch bei Grossanlässen immer eine gute Falle. Der 40-Jährige kommt sehr authentisch rüber, steht über der Sache. Ein Mann mit Humor. Und ein Gewinn für den TV-Sport.


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*** Oliver Borer
Der mit 36 Jahren jüngste unter den Sport-Moderatoren, aber bereits neun Jahre bei SRF Tennis-Kommentator. Erfrischend und sympathisch. Guter Live-Reporter. In seinem Fachgebiet Tennis gibt es allerdings noch etwas Luft nach oben.


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*** Paddy Kälin
Der Turn- und Sportlehrer ETH und Fitnesstrainer moderiert «Sport aktuell» und «Sport live». Gewiefter Handball-Kommentator. Der Appenzeller übt diese Sportart selber aus und trainiert in seiner Freizeit Handballer. Dieses Jahr führte der 41-Jährige als Moderator erstmals durch die Live-Übertragungen der Tour de Suisse. Wie sein Kollege Borer hat Kälin beim SRF-Sport noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.


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**Daniela Milanese
Die Solothurnerin begann 1999 als Eishockey-Journalistin bei SRF. Inzwischen arbeitet die 41-Jährige nur noch zwei Tage pro Woche beim Fernsehen, moderiert hauptsächlich «Sport aktuell» und ist ab und zu als Reporterin im Einsatz. Sie wagte sich auch schon unter die «Bösen» in die Sägemehl-Arena. Könnte routinierter sein, bei Interviews wirkt sie oft nervös. Nach dem Weggang von Steffi Buchli ist Milanese noch die einzige Frau in der männerdominierten SRF-Sportredaktion. Als Zuschauer wünscht man ihr bald eine Kollegin.


René Hildbrand
René Hildbrand ist Journalist, langjähriger Fernsehkritiker und Buchautor. Während 27 Jahren war er für «Blick» tätig, danach Chefredaktor von «TV-Star».

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Kommentare

  • Barras Karin, 24.11.2019 11:35 Uhr
    Frage: warum müssen alle Sportreporter "hochdeutsch" reden, obwohl die meisten von ihnen damit völlig überfordert sind? Ich bin der Ansicht, dass man sie in Dialekt sprechen lassen sollte, damit wäre ihnen selbst und dem Zuhörer und Zuschauer besser gedient, da die meisten von ihnen Probleme mit der Aussprache haben. Nicht jeder Sportreporter hat eine sprachliche Ausbildung hinter sich wie ein Nachrichten-Sprecher, der die Tagesschau moderiert.
  • Thomas Ferrari , 19.06.2019 16:53 Uhr
    Tour de Suisse ohne Hans Jucker, lohnt sich eigentlich nicht mitzuverfolgen. Was der jetzige Komentar plaudert bereitet mir Schmerzen. Wünsche Ihnen bei der nächsten Besetzung dieses Posten eine glücklichere Hand. Danke
  • Silvia Mauron, 27.01.2019 11:46 Uhr
    Ich habe grosse Mühe, die Uebertragungen vom Damen Skiweltcup zu schauen. Seit Michelle Schönbächler kommentiert ist es furchtbar. Sie kennt den Skisport gar nicht und kann nicht kommentieren. Gott sei Dank gibt es Michi Bont, ihm kann man mit Freude zuhören.
  • Hans Peter Rohrer, 28.10.2018 18:46 Uhr
    Ich finde, Daniela Milanese hat ihren Auftrag sehr gut ausgeführt, ruhig, überlegt, kompetent, freundlich und gewinnend und alles gut verständlich in ihrem gepflegten und sauberen Dialekt!
  • Margrit Kocher, 28.10.2018 17:48 Uhr
    Bitte Daniela Milanese nicht mehr als Sportmoderatorin für so wichtige Sportübertragungen wie das Tennisturnier in Basel einsetzen. Sie wirkt völlig überfordert, unsicher und steif. Schade für diesen tollen Anlass.
  • Beat Baumann, 18.06.2018 20:26 Uhr
    Wer ist dieser Reporter, der jetzt mit England gegen Tunesien schon das dritte Spiel kommentiert welche ich mir anschaue? Entweder iwar er günstig zu haben oder hat einen guten „Götti“ bei SRF? Jedenfalls keine Ahnung von Fussball, sorry. Freundliche Grüsse B.Baumann
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