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Überreagieren ist immer schlecht

Marcus Knill

«Schau nackt besser aus», lautet die Werbebotschaft eines Fitnessstudios in Zürich. Doch bei der Verbreitung des Plakates mit der 32-jährigen Wetter-Moderatorin Linda Gwerder als halb nacktes Model wurde Zensur ausgeübt. Anders als Luzern und Zug: Die Stadt Zürich hat die Kampagne verboten. Die Begründung: Es handle sich um einen klaren Fall sexistischer Werbung. Die Sujets könnte  somit für den Aushang im öffentlichen Grund nicht freigegeben werden» (persoenlich.com berichtete).

Hier gebe ich zu bedenken: Wir müssen aufpassen, dass wir in der Schweiz nicht ebenfalls den übertriebenen Regeln der militanten Sprachpolizisten und fragwürdigen Hüter politisch korrekter Bilder in den USA folgen. Am Volksbrauch Halloween durften sich beispielsweise die Studenten nicht mehr als Chinesen, Eskimos oder Schwarze verkleiden, weil dies gegen die Bestimmungen der Rassendiskriminierung verstösst.

Die militanten Feministinnen haben in den USA sogar erreicht, dass eine Studentin den Dozenten einklagen kann, weil er sie sexistisch angeschaut hat.

Der Angeklagte kann sich nicht verteidigen, denn es liegt allein im Empfinden der Studentin, was sie beim Blick empfunden hat.

Das in Zürich verbotene Plakat mag zwar grenzwertig sein. Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht vorschnell zur Zensurschere greifen.

Die übertriebenen Bestimmungen in den Vereinigten Staaten von Amerika haben übrigens mit dazu beigetragen, dass Donald Trump gewählt worden ist. Viele haben es nämlich sehr geschätzt, dass sich der Kandidat so grosszügig über die militanten politisch Korrekten hinweggesetzt hat. 

Wir sollten deshalb in der Schweiz sorgsamer mit der Zensur umgehen. Zensur erinnert an den Index bei den verbotenen Büchern der katholischen Kirche, an den Bildersturm in Kirchen oder an Bücherverbrennungen. 

Ich bin mir bewusst, dass Bilder eine grosse suggestive Kraft ausüben. Anderseits dürfen wir den gesunden Menschenverstand der Bevölkerung nicht unterschätzen. Es geht zu weit, wenn wir bereits bei Grenzfällen glauben, wir müssten die Betrachter mit Zensurmassnahmen schützen.

 

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Kommentare

  • Unkrig Karin, 21.07.2017 22:21 Uhr
    Dies ist nicht nur schlechte sondern auch gefährliche Werbung. Linda Gwerders Körper wurde gestreckt - zudem ist sie mit ihrer öffentlich deklarierten Muskelerkrankung (Morbus Brechterew) vielleicht ein Beispiel für gutes Handlig einer solchen Beeinträchtigung, aber nicht für die typische Fitnessclub-Besucherin. Sie geht wohl eher in die Kältekammer?! Zur Sensibilität der APG: Diese hängte während des Jugoslawienkriegs ja auch ohne Skrupel das Benetton-Plakat mit dem blutverschmierten T-Shirt aus. Diesbezüglich darf man nicht allzu viel erwarten!

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