25.07.2017

Barfi.ch

Das Onlinemedium sucht Partner

Zwei Jahre nach der Lancierung soll das Basler Newsportal laut der «Tageswoche» um seine Existenz kämpfen. Gegenüber persoenlich.com nimmt Barfi.ch-Herausgeber Christian Heeb Stellung. Zudem äussert er sich zu angeblichen Verkaufsverhandlungen mit AZ-Verleger Peter Wanner.
Barfi.ch: Das Onlinemedium sucht Partner
«Barfi hat nur dann eine Zukunft, wenn Partner einsteigen», sagt Christian Heeb, Verwaltungsratspräsident und Herausgber von barfi.ch. (Bild: Keystone)
von Tim Frei

«Wir schreiben zurzeit noch rote Zahlen», sagt Christian Heeb, Verwaltungsratspräsident des Basler Onlineportals barfi.ch, am Dienstag auf Anfrage von persoenlich.com. Die Newsplattform soll um die Existenz kämpfen, berichtete die «Tageswoche» Anfang dieser Woche. «Stand heute ist die Einstellung unter keinen Umständen ein realistisches Szenario», erklärt Heeb.

«Zurzeit sind wir intensiv auf der Suche nach weiteren Partnern – diesbezüglich sind wir völlig offen», betont Heeb. Das sei dringend notwendig. «Barfi hat nur dann eine Zukunft, wenn Partner einsteigen», erklärt er. Dabei könnte es sich laut dem Barfi-Herausgeber um weitere regional- beziehungsweise national ausgerichtete Unternehmen handeln. Denn nur so könne das Onlinemedium zufriedenstellende Werbeerlöse erzielen. 

«Ein völliger Blödsinn»

Heeb soll mit Peter Wanner «lose Gespräche» geführt haben, schreibt die Tawo weiter. Dabei soll es um den Verkauf von Barfi gegangen sein – die Preisvorstellungen sollen aber weit auseinandergelegen haben. Laut der «Aargauer Zeitung» soll nie über einen Kaufpreis verhandelt worden sein. «Mit Peter Wanner habe ich zwar immer mal wieder losen Kontakt», erklärt Heeb gegenüber persoenlich.com. Um einen Verkauf sei es nie gegangen. «Die Behauptung, dass es am Preis gelegen habe, ist damit ein völliger Blödsinn». Bei Gesprächen mit möglichen Geschäftspartnern habe der Preis nie eine Rolle gespielt.

Im Zentrum steht für Heeb, dass Barfi.ch weiterbestehen wird. Eine unter vielen möglichen Optionen sei natürlich auch ein Verkauf. «Aber nicht zum Geldverdienen. Unser Ziel ist es, dass das Medium in Zukunft selbsttragend ist», sagt der Verwaltungsratspräsident.

Bisher weniger als fünf Millionen investiert

Die jährlichen Betriebskosten von Barfi.ch liegen gemäss Heeb bei circa zwei Millionen Franken. «Dass die Tageswoche deshalb aber behauptet, ich würde jährlich zwei Millionen investieren, ist natürlich völlig falsch», unterstreicht er. Schliesslich würde Barfi auch Einnahmen generieren. Seit dem Start des Medienprojektes hätten er und die anderen Verwaltungsratsmitglieder weniger als fünf Millionen investiert.

Ende April meldete barfi.ch einen starken Zuwachs bei den Nutzerzahlen und gab ausserdem bekannt, dass nach dem «Proof of Concept» (Zeitraum, während dem die prinzipielle Durchführbarkeit eines Vorhabens in der Praxis geprüft wird) Partner und Franchise-Nehmer gesucht würden (persoenlich.com berichtete). Bisher sei das Medium diesbezüglich nicht fündig geworden, schreibt die «Tageswoche» weiter. Ausserdem schrieb diese, Heeb habe bei der Medienwoche prahlerisch auf geheime Absichtserklärungen mit möglichen Partnern hingewiesen. «Gegen diesen Eindruck wehre ich mich. Wir haben solche Non-Disclosure Agreements», sagt Heeb. Auf Nachfrage durfte er allerdings keine Namen nennen.

Jörg Kachelmann, Mitbegründer des Onlineportals, ist nicht mehr im Verwaltungsrat. «Bereits im letzten Sommer trat er aus persönlichen Gründen aus», erläutert Heeb. Im Wetterbereich sei Kachelmann weiterhin für das Onlineportal tätig. Medienprofessor Klaus Neumann-Braun soll sich ebenfalls aus dem Verwaltungsrat zurückgezogen haben, berichtete die «Tageswoche». Heeb dementiert dies: Nebst dem Ringier-Urgestein Fibo Deutsch, der sich als Privatperson bei Barfi engagiert, sei auch Neumann-Braun weiterhin Mitglied des Verwaltungsrats. Diese Angaben decken sich mit dem Eintrag im Handelsregister des Kantons Basel-Stadt vom Dienstag.



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