13.11.2017

SRG

Verleger fordern Austritt aus Admeira

Der Westschweizer Verlegerverband Médias Suisses ist gegen «No Billag». Er fordert jedoch von der SRG, aus Admeira auszutreten. Zudem soll sie auf zielgerichtete Werbung verzichten.
SRG: Verleger fordern Austritt aus Admeira
Admeira, die Werbeallianz von SRG, Swisscom und Ringier, wurde 2016 gegründet. (Bild: zVg.)

Der Westschweizer Verlegerverband Médias Suisses sichert der SRG im Kampf gegen die No-Billag-Initiative seine Unterstützung zu – jedoch mit Vorbehalten. Die privaten Medien in der Romandie fordern den Verzicht zielgerichteter Werbung und den Austritt aus Admeira.

«No Billag» gehe zu weit

Médias Suisses unterstütze im Allgemeinen einen Service public, der schwerpunktmässig durch Gebühren finanziert werde, hiess es in einer Mitteilung vom Montag. Die No-Billag-Initiative, welche jegliche öffentliche Finanzierung von Medien in der Schweiz ausschliessen will, geht den Verlegern zu weit.

Das Verschwinden der SRG würde laut den Verlegern die Schweizer Medienlandschaft insbesondere in peripheren Regionen erheblich schwächen und private Medien nicht grundsätzlich aus ihrer schwierigen Lage befreien.

Service public neu definieren

Médias Suisses begrüsst den Vorschlag von Bundesrätin Doris Leuthard, die Radio- und TV-Gebühren ab 2019 auf 365 Franken pro Jahr zu senken. Das gebe der SRG «das Signal, ihr Programm nicht noch weiter auszubauen und dort zu sparen, wo es nötig und möglich ist».

Laut den Westschweizer Verlegern kommt der SRG eine «essenzielle Rolle in der Erfüllung des Service public» zu. Sie müsse in der Lage sein, dem Konkurrenzdruck von ausländischen Kanälen standzuhalten und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Grenzenlos ist der Zuspruch der Privaten gegenüber der SRG aber nicht. So müsse die Gebühr mit «einem klaren öffentlichen Service-public-Auftrag» verbunden sein. Dieser müsse neu definiert werden, sodass ein fairer Wettbewerb mit den privaten Medien respektiert werde.

Allianz aller Medienunternehmen

Konkret soll sie SRG künftig auf jegliche Werbung im Internet verzichten. Auch zielgruppenspezifische Werbung müsse unterbunden werden. Zu diesen und ähnlichen Vorschlägen läuft momentan eine Konsultation des Bundes (persoenlich.com berichtete).

Raushalten soll sich die SRG ferner aus Admeira, einer Werbeallianz mit Swisscom und Ringier. Die SRG wird seit längerem dafür kritisiert, als gebührenfinanziertes Unternehmen nur mit einem ausgewählten Medienunternehmen zusammenzuarbeiten.

Vielmehr soll die SRG mit den privaten Verlagen zusammenarbeiten, fordert Médias Suisses. «Wir wollen eine echte und transparente Bündelung der Entwicklungen im digitalen Bereich.»

Konzentration auf Rundfunk

Der Verband Schweizer Medien (VSM), das Deutschschweizer Pendant von Médias Suisses, verweist auf Anfrage auf sein medienpolitisches Manifest. Unter dem Titel «Öffentlich-rechtliches Medienangebot» unterstützt der VSM die Gebührenfinanzierung der SRG, erwartet aber, «dass dieses Privileg für einen echten Service public und nicht zur Konkurrenzierung des privaten Medienangebots genutzt wird» (persoenlich.com berichtete).

Will heissen: Die SRG soll sich auf Radio und Fernsehen mit nationaler Klammerfunktion konzentrieren. «Presseähnliche Digitalangebote sowie über ihr Programm hinaus gehende Angebote hat die SRG zu unterlassen.»

Laut dem Manifest sollte die SRG längerfristig ganz ohne Werbung und Sponsoring auskommen und die Kommerzialisierung ihres Angebots schrittweise reduzieren. Zunächst einmal erwarte der VSM eine Reaktion der SRG auf die Positionen im Manifest, sagte Geschäftsführer Andreas Häuptli.

Streitpunkt in Luzern

Das Thema Admeira sorgte bereits im September am vom VSM mitorganisierten Swiss Media Forum in Luzern für eine emotionale Debatte: Pietro Supino kritisierte, dass Admeira nur mit einzelnen Verlagen kooperieren würde, Gespräche mit dem VSM aber ablehne. Anschliessend fügte der Verlegerpräsident an, dass der VSM eine Branchenlösung anstrebe. Nach diesen Aussagen platzte Marc Walder der Kragen. «Was Pietro hier erzählt, sind Fake News», sagte der Verwaltungsratspräsident von Admeira (persoenlich.com berichtete).

Anschliessend kam von Verlegerseite die Forderung auf, dass aus Admeira «zwei separate Gesellschaften» entstehen sollen. Die Bereiche Datamanagement und Verkauf von Werbung seien voneinander zu trennen (persoenlich.com berichtete). (sda/eh)



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Kommentare

  • Albin Dupontet, 14.11.2017 09:27 Uhr
    Typisch ! Die Verleger haben seit jeher gegen TV-Werbung gekämpft anstatt selber Kreativ zu sein ! Durch solche Massnahmen verkärkt man ausländische TV-Sender und sicher nicht die schweizer Medien ! Und was halten die Werbeauftraggeber davon ?

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