11.04.2017

Fritz+Fränzi

«Wir glauben an Print. Das spürt der Leser»

Die Macher des Eltern-Magazins können jubeln: Laut den aktuellsten Wemf-Zahlen hat die Zeitschrift mit einem Plus von 17 Prozent kräftig zugelegt. Chefredaktor Nik Niethammer sagt, weshalb das Magazin so erfolgreich ist – und kündigt gleich ein neues an.
Fritz+Fränzi: «Wir glauben an Print. Das spürt der Leser»
Nik Niethammer, Chefredaktor «Fritz+Fränzi»: «Eine kleine feine Redaktion arbeitet an jedem Monatsmagazin und jedem Sonderheft mit soviel Leidenschaft und Sorgfalt, als wärs die letzte Ausgabe.» (Bild: zVg.)

Herr Niethammer, 17 Prozent Plus gegenüber dem letzten Semester: Herzliche Gratulation. Woher kommen all die zusätzlichen Leser?
Vielen Dank. Gegenüber Mach-Basic 2016-1 beträgt der Zuwachs sogar satte 22 Prozent. Wir haben vor allem bei den Abonnenten zugelegt: Im Vergleich zum Vorjahr freuen wir uns über 54 Prozent mehr Abos, gegenüber vor zwei Jahren beträgt der Zuwachs sogar 135 Prozent. Neulich haben wir unsere Leser befragt: Von 75 Prozent aller Teilnehmer der Umfrage erhielten wir die Note «sehr gut». 90 Prozent gaben an, aus unseren Inhalten für ihre familiäre Lebenssituation einen direkten Nutzen ziehen zu können. Offenbar machen wir vieles richtig.

april_cover

Bestimmt haben Sie die Erfolgsfaktoren identifiziert. Welche sind die drei wichtigsten?
Qualität. Qualität. Und nochmals Qualität. Es gelingt uns, so komplexe Themen wie Essstörungen, ADHS oder Hochsensibilität bei Kindern auf eine Art und Weise aufzubereiten, dass sie gelesen und verstanden werden. Wir begleiten Eltern von schulpflichtigen Kindern in guten wie in schwierigen Zeiten, vermeiden dabei aber Problembewirtschaftung und setzen stattdessen auf lösungsorientierten Journalismus. Als zweifacher Vater weiss ich nur zu gut: es gibt für Eltern nichts Tröstlicheres als die Gewissheit, dass man mit einer Problemstellung oder einer Frage nicht allein ist.

Nochmals: Zeitungen und Zeitschriften verlieren Leser, Ihr Magazin legt zu? Warum?
Wir glauben an Print. Das spürt der Leser. Eine kleine feine Redaktion arbeitet an jedem Monatsmagazin und jedem Sonderheft mit soviel Leidenschaft und Sorgfalt, als wärs die letzte Ausgabe. Und Verlagsleiter Thomas Schlickenrieder und sein Team optimieren die Vertriebskanäle laufend. Neben Schulen erhalten auch Pädagogische Hochschulen sowie Spitäler, Arztpraxen und Beratungsstellen unser Heft. Die Rückmeldungen sind äusserst positiv.

Wie hat sich der Relaunch des Onlineportals ausgewirkt (persoenlich.com berichtete)?
Sehr erfreulich. Fritzundfraenzi.ch hat seit dem Relaunch am 1. Juni 2016 die Pageviews um 145 Prozent gesteigert und die Verweildauer verdoppelt. Wir interagieren deutlich stärker mit dem Leser und haben unter der Leitung von Online-Redaktionsleiterin Bianca Fritz unsere Aktivitäten in den sozialen Medien massiv ausgebaut. Über 60 Prozent aller Leserinnen und Leser kommen inzwischen via Facebook zu uns. Kurz: Wir kamen aus dem vierten Untergeschoss und sind unterwegs aufs Sonnendeck.

Was haben Sie vor: Wie wollen Sie weiterwachsen?
Bisher richteten wir uns an Eltern von Kindern, die mindestens die erste Klasse besuchen. Neu werden wir auch die Eltern von Kindergartenkindern ansprechen. Mitte August erscheint die erste von vier Ausgaben «Kindergarten» in einer Auflage von jeweils 50’000 Exemplaren.

Mit dem «Kindergarten»-Heft starten Sie ein neues Magazin. Welche Inhalte erwarten die Leserinnen und Leser?
Vielen Eltern sind heute verunsichert. In Studien sagen etwa zwei Drittel, dass sie oft von Selbstzweifeln geplagt sind, obwohl sie täglich ihr Bestes geben. Dem wollen wir Rechnung mit dem KiGa-Heft tragen, und alles tun, damit Eltern sich bereits in der frühkindlichen Erziehung stark und sicher fühlen, sich dem gesellschaftlichen Druck nach Perfektion ein bisschen widersetzen. Dass sie ein starkes Selbstbild von sich entwickeln und dass sie so auch eine entspannte Erziehung praktizieren können. Dass sie erkennen, dass sie nicht perfekt sein müssen, sondern dass hinreichend gut auch reicht. Bei ihnen und bei ihnen Kindern. (eh)

 

 

 

 

 



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang