Die Côte d'Azur ist gnadenlos schön. Der Rosé ist kalt. Und alle reden über KI. Natürlich.
Aber die Arbeiten, die dieses Jahr wirklich gewonnen haben, kommen ohne Technologie-Prosa aus. Heinz gewinnt, weil jemand bemerkt hat, dass Pommes-Schachteln weltweit wie das Heinz-Logo aussehen. Das war's. Kein Algorithmus. Nur jemand, der hingeschaut hat.
Adidas und die Oasis-Reunion – «Original Forever» von Johannes Leonardo – haben den Entertainment Grand Prix gewonnen. Ein Kampf ums kulturelle Erbe, der funktioniert hat, weil er echt war. Nicht konstruiert. Der Moment war da, Adidas war dabei. Authentisch, simpel, wirksam.
Und «The Periodic Fable» demontiert Beauty-Marketing mit einer gefälschten Periodentabelle aus Begriffen wie «poreless» oder «age-defying» – ohne jede wissenschaftliche Grundlage. Eine Marke, die ihrer eigenen Industrie den Spiegel vorhält.
Cannes 2026 macht Mut – nicht wegen des Glamours, sondern wegen der Klarheit. Craft ist zurück, Wahrheit ist zurück.
Eine gute Beobachtung schlägt immer noch jedes Tool, das wir gerade alle ausprobieren.
Und eine alte Erkenntnis fühlt sich dankenswerterweise mal wieder neu an: Die Idee ist das Ding. Sie war es immer und wird es immer sein.
Christian Kies ist Chief Creative Officer bei Jung von Matt Schweiz.
Alle Berichte über das Cannes Lions International Festival of Creativity 2026 finden Sie auf der entsprechenden Landingpage.
Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.




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Postkarte aus Cannes: Cannes 2026 macht Mut