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SRF: Ist Wappler die letzte SRF-Direktorin?

Wer folgt auf Nathalie Wappler? Nur wenige Stunden nach der überraschenden Bekanntgabe ihres Rücktritts als SRF-Direktorin veröffentlichte der Blick bereits eine Liste von acht möglichen Nachfolgerinnen und Nachfolgern – und löste damit das übliche Kandidatenkarussell aus. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Manche dieser Persönlichkeiten haben nicht den Hauch einer Chance. Doch abgesehen von aller Spekulation ist das traditionelle Modell der Ein-Personen-Leitung für mich eh längst überholt.

Beginnen wir aber mit der Blick-Liste: Am meisten überzeugt mich Roger Elsener. Der Zattoo-CEO bringt digitales Know-how mit, das SRF dringend braucht. Bei CH Media Entertainment hat er erfolgreich lineare und digitale Strategien verknüpft. Das Problem: Elsener kann bei Zattoo ausbauen, bei SRF hingegen müsste er abbauen – das ist wenig verlockend.

Um einen wirklich valablen Kandidaten für eine wie auch immer ausgestaltete künftige SRF-Spitze zu nennen: Beat Soltermann, ehemaliger USA-Korrespondent, «Echo»-Chef und heute Co-Chefredaktor Audio-Digital – ein profilierter Journalist mit Führungserfahrung. In SRF-Kreisen gilt er als Favorit. Bei Blick hingegen ist Soltermann nicht auf der Kandidatenliste.

Unerwähnt bleibt auch Reto Peritz, seit 2021 Abteilungsleiter Unterhaltung und Mitglied der Geschäftsleitung. Er bringt breite SRF-Erfahrung mit: seit 2008 beim Sender, Aufstieg vom Redaktor zum Bereichsleiter, 2019 prägend im Transformationsprojekt «SRF 2024», Co-Executive Producer des ESC 2025 und Stellvertreter von Wappler. Trotzdem wird er bei der Nachfolgedebatte überraschend übersehen.

Doch das ganze Kandidatenkarussell macht derzeit ohnehin wenig Sinn, solange unklar ist, wohin die SRG steuert. Die Herausforderungen sind enorm: Die Halbierungsinitiative bedroht die finanzielle Basis, die digitale Transformation erfordert massive Investitionen – und das mitten in einem Sparkurs. Dazu kommt die gesellschaftliche Akzeptanz des Service public, die täglich neu gewonnen werden muss. Diese Mammutaufgabe kann niemand mehr seriös im Alleingang bewältigen.

Das Erfolgsmodell gibt es bereits: Beim ESC 2025 setzte die SRG auf eine Co-Leitung mit Reto Peritz und Moritz Stadler – ein Projekt von internationaler Strahlkraft. Warum sollte dieses Modell nicht auf die Gesamtleitung von SRF übertragen werden? Zeitgemäss wär's allemal.


Christian Beck ist Redaktionsleiter von persoenlich.com.

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