23.11.2018

Telekommunikation

Beim schnellen Internet droht ein Swisscom-Monopol

Der Ständerat befindet kommende Woche über einen umstrittenen Paragrafen zur Zugangsregulierung im Glasfasernetz. Swisscom wehrt sich gegen den Vorwurf, ein Monopol aufbauen zu wollen.
Telekommunikation: Beim schnellen Internet droht ein Swisscom-Monopol
Muss Swisscom künftig den Konkurrenten Zugang zu ihrem Glasfasernetz gewähren? Die Frage wird nun im Ständerat diskutiert. (Bild: Keystone/IT-Press/Carlo Reguzzi)

Am Dienstag entscheidet der Ständerat über eine Änderung des Fernmeldegesetzes. Der Bundesrat möchte mit einem neuen Paragrafen verhindern, dass ein marktmächtiger Anbieter dank seiner Monopolstellung überhöhte Preise verlangen kann. In einem solchen Fall soll die Telecom-Aufsichtsbehörde Comcom die Glasfaser für Konkurrenten öffnen können.

Comcom-Chef warnt vor Swisscom-Monopol

Befürwortet wird der Paragraf von der gesamten Telecombranche – mit Ausnahme der Marktführerin Swisscom, wie die «SonntagsZeitung» schreibt (Artikel kostenpflichtig). Der bundesnahe Konzern hat erfolgreich gegen die Regelung lobbyiert: Im Sommer hat der Nationalrat den Zugangsparagrafen aus dem Entwurf gestrichen. Die zuständige Kommission empfiehlt mit sieben zu zwei Stimmen, den Paragrafen zu elimnieren.

Nun meldet sich Stephan Netzle, Chef der Comcom, zu Wort und warnt in der SoZ: «Lehnt das Parlament die Zugangsregelung ab, droht im Glasfasernetz die Gefahr, dass die Swisscom auf den letzten Metern bis zum Haus ein Monopol aufbaut, die Preise hochhält und den Ausbau behindert», so Netzle. Die heutige Situation würde auf zehn Jahre hinaus zementiert. Preisüberwacher Stefan Meierhans ist gleicher Meinung. Sollte der Ständerat die Regelung ablehnen, drohe ein «Rückfall ins Monopol».

Die Marktführerin wehrt sich

Die Swisscom wehrt sich gegen die Vorwürfe: Mit einer Zugangsregulierung hätte sie «deutlich weniger Anreiz, das ländliche Netz weiter auszubauen, als sie dies heute tut», wird die Telecomfirma in der SoZ zitiert. Solange der Zugang zum Glasfasernetz nicht reguliert sei, erziele Swisscom «höhere Erlöse als mit einer Regulierung», was weitere Ausbauten des Netzes ermögliche.

Swisscom sei die Einzige, die auf dem Land flächendeckend das schnelle Internet ausbaue. Gleichzeitig kritisiert die Marktführerin Swisscom ihre Mitstreiter: Die Konkurrenten seien nur für den neuen Paragrafen, weil sie den Zugang zum Endkunden billig haben wollten. (pd/as)



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