17.12.2019

Sunrise kauft UPC

Der Deal ist nun endgültig vom Tisch

Der UPC-Mutterkonzern Liberty Global nennt als Grund Differenzen zwischen Sunrise und Grossaktionär Freenet.
Sunrise kauft UPC: Der Deal ist nun endgültig vom Tisch
UPC-Mutter Liberty hat den Deal mit Sunrise definitiv abgesagt. (Bild: Keystone)

Die Fusion zwischen dem Kabelnetzbetreiber UPC Schweiz und dem Schweizer Mobilfunkanbieter Sunrise ist vom Tisch, wie die UPC-Mutter Liberty Global am Dienstag bestätigt hat. Als Grund nennt der Medienkonzern Differenzen zwischen Sunrise und dem Shareholder Freenet. Im Februar 2019 sollte Sunrise UPC Schweiz noch für 6,3 Milliarden Franken übernehmen (persoenlich.com berichtete).

Markt ordnet sich neu

«Zurzeit findet in verschiedenen europäischen Telekommärkten eine Konsolidierung statt. Anbieter übernehmen Konkurrenten, um ihren Marktanteil auszubauen», sagt Jens Böcker, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, im Gespräch mit Pressetext. Diese Entwicklung werde weiter stattfinden. «Das liegt an fehlenden Wachstumsperspektiven, die Märkte sind entweder stabil oder sogar leicht schrumpfend. Auch wenn der Deal zwischen UPC Schweiz und Sunrise nicht stattfindet, ist es sehr wahrscheinlich, dass UPC Schweiz dennoch von einem anderen Anbieter übernommen wird», so Böcker.

Laut Mike Fries, CEO von Liberty Global, arbeitet UPC Schweiz momentan an einem Turnaround-Plan und versucht seinen Cashflow wiederherzustellen. Fries sieht aber immer noch grosses Potenzial in der Konvergenz zwischen Mobilfunk und Festnetzinfrastruktur. Liberty Global würde diesbezüglich über andere strategische Optionen auf dem Markt nachdenken.

50-Millionen-Franken-Strafe

«Wir wünschen Sunrise alles Beste, aber wir ziehen weiter. Trotz unserer Bereitschaft, viel Flexibilität zu zeigen, war es eindeutig, dass sich Sunrise nicht mit seinem grössten Aktionär über die beste Vorgehensweise einigen konnte», meint Fries. Sunrise und UPC Schweiz hatten im Februar einen bindenden Vertrag geschlossen. Wegen des Bruches dieses Vertrags hat Sunrise 50 Millionen Franken Strafe an Liberty Global gezahlt. Mitte November hiess es noch, Liberty Global hoffe auf einen neuen Deal und wolle weiter Gespräche führen mit dem Sunrise-Verwaltungsrat respektive Freenet.

«Es ist für UPC Schweiz wichtig, in Konvergenz zwischen Mobilfunk und Festnetzinfrastruktur zu investieren, um wettbewerbsfähig zu sein. Bei Glasfasernetzen gibt es in der Schweiz noch einige Alternativen abseits von Sunrise, jedoch wird es ohne diesen Anbieter deutlich länger dauern, sich hier eine funktionierende Infrastruktur aufzubauen», sagt Karim Taga, Managing Partner bei der Beratungsgesellschaft Arthur D. Little. (pte/cbe)



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