23.05.2022

Swiss Digital Initiative

Digital Trust Label geht international

Mit der App des deutschen Unternehmens Wefox wird das Label erstmals auch ausserhalb der Schweiz vergeben.
Swiss Digital Initiative: Digital Trust Label geht international
Am Weltwirtschaftsforum in Davos hat die Swiss Digital Initiative mitgeteilt, dass das Label seit der Gründung Anfang 2022 an fünf Schweizer Unternehmen verliehen wurde. (Bild: zVg)

Schutz und Vertrauen müssen zu einer Voraussetzung im digitalen Raum werden. Die Nutzer sind sich der digitalen Risiken zunehmend bewusst und fordern mehr digitale Transparenz und Verantwortlichkeit. Das Digital Trust Label zeigt die Vertrauenswürdigkeit einer digitalen Anwendung oder einer App in einer klaren, visuellen und nicht-technischen Sprache, die jeder verstehen kann. Die in der Schweiz auf partizipative und integrative Weise geschaffene Swiss Digital Initiative bietet eine Lösung, die es Unternehmen laut Mitteilung ermöglicht, ihr Engagement für digitale Verantwortung zu vermitteln. Ähnlich wie ein Bio-Siegel oder eine Nährwerttabelle dient das Digital Trust Label als Vertrauenssiegel in der digitalen Welt.

19 Organisationen sind bereits an Bord

Das im Januar 2022 lancierte Digital Trust Label wurde an fünf Schweizer Unternehmen und ihre digitalen Dienstleistungen verliehen. Die ersten Digital Trust Pioniere sind laut Mitteilung Swiss Re, Swisscom und Credit Suisse sowie die zwei Startups, PeopleWeek und Credit Exchange. 14 weitere Organisationen würden sich zur digitalen Verantwortung bekennen und würden 2022 den Prozess für den Erhalt des Digital Trust Label durchlaufen. Ihre digitalen Dienstleistungen werden anhand von 35 Kriterien in vier Dimensionen geprüft: Sicherheit, Datenschutz, Zuverlässigkeit und faire Nutzerinteraktion. Der Kriterienkatalog wurde von einem speziellen Label-Expertenausschuss unter der Leitung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne erstellt und auf der Grundlage von Rückmeldungen aus mehreren öffentlichen Konsultationen weiterentwickelt. 

Unicef als erste Non-Profit-Organisation

Das Insurtech-Unternehmen WeFox wird gemäss Mitteilung bald das erste nicht in der Schweiz ansässige Unternehmen sein, das das Label für seine App anwenden wird. «Als digitaler Versicherer wissen wir, dass Vertrauen in der digitalen Welt verdient werden muss. Wir sind stolz darauf, zu den ersten zu gehören, die das Digital Trust Label erhalten haben. Wir werden mit der Swiss Digital Initiative (SDI) zusammenarbeiten, um digitales Vertrauen nicht nur zu einer Priorität zu machen, sondern zu einer Bewegung von Europa in die Welt», sagt Julian Teicke, Wefox-CEO, laut Mitteilung an der SDI-Medienkonferenz am WEF 2022.

Unicef Schweiz und Liechtenstein sei die erste Non-Profit-Organisation, die mit der Nutzung des Labels für ihren Online-Spendenprozesses beginnen werde. «Es ist uns ein zentrales Anliegen, dass sich die Unterstützer von Unicef Schweiz und Liechtenstein auf einen sicheren Umgang mit ihren Daten verlassen können und dass unser Spendenprozess höchsten Ansprüchen an die digitale Verantwortung gerecht wird», lässt sich Bettina Junker, Direktorin Unicef Schweiz und Liechtenstein, in der Mitteilung zitieren.

Auch in der Schweiz werde die digitale Verantwortung von Unternehmen «gross geschrieben». Mit Coop.ch habe sich der der erste Schweizer Detailhändler verpflichtet, sich dem Audit-Prozess zu unterziehen und seinen Service noch nutzerorientierter zu gestalten. «Coop steht für höchste Nachhaltigkeit und Qualität. Unsere Kunden stehen bei uns an erster Stelle. Das gilt auch für die Vertrauenswürdigkeit unseres digitalen Erlebnisses», wird Coop-CEO Philipp Wyss zitiert.

Bewerbungsverfahren geöffnet in ganz Europa

Mit dem ersten Label-Piloten für ein deutsches Unternehmen öffnet die SDI den Label-Bewerbungsprozess für Unternehmen in ganz Europa, die sich zur digitalen Verantwortung bekennen. «Wir sind stolz darauf, Unicef Schweiz und Liechtenstein als erste Non-Profit-Organisation und Wefox als ersten europäischen Anwendungsfall für das Digital Trust Label zu gewinnen. Die Marktführer der Zukunft sind Organisationen, die digitale Verantwortung leben», wird Doris Leuthard, ehemalige Bundesrätin und SDI-Präsidentin, zitiert.  Niniane Paeffgen, Managing Director der SDI ergänzt: «Das Label fungiert als Soft-Law-Instrument und ermöglicht es Organisationen, in Bezug auf die digitale Verantwortung einen Schritt weiter zu gehen, indem sie die Grundsätze in die Praxis umsetzen.»

Das Label ist ein Beispiel für einen praktischen Beitrag, um Schweizer Traditionen und Werte in die digitale Welt zu bringen und dient als Ausgangspunkt für eine globale Bewegung hin zu mehr digitaler Verantwortung. Benedikt Wechsler, Botschafter und Leiter der Abteilung Digitalisierung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, sagt: «Es ist von grösster Bedeutung, dass das Vertrauen seinen Weg in die digitale Sphäre findet. Mit ihrer langen Geschichte auf der internationalen Bühne ist die Schweiz der perfekte Ort, um konkrete Lösungen und Instrumente zur Förderung von digitaler Verantwortung und Vertrauen zu diskutieren und voranzutreiben.» (pd/tim)



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