17.05.2022

Swiss Digital Initiative

Ein neues Expertenkomitee gewählt

Ausserdem soll eine Partnerschaft mit Sicpa das Digital Trust Label fälschungssicher machen.

Die Swiss Digital Initiative (SDI) hat im Januar 2022 das Digital Trust Label lanciert (persoenlich.com berichtete). Das Label zeigt die Vertrauenswürdigkeit einer digitalen Anwendung wie einer Website oder einer App in einer einfachen und nicht-technischen Sprache. Digitale Anwendungen werden anhand von 35 Kriterien in vier Dimensionen geprüft: Sicherheit des digitalen Dienstes, Datenschutz, Zuverlässigkeit des digitalen Dienstes und faire Interaktion mit den Nutzerinnen und Nutzern, wozu auch die Benachrichtigung über die Verwendung automatisierter Entscheidungsprozesse gehört. Der Kriterienkatalog wurde vom ersten Label Expert Committee (LEC) unter der Leitung der EPFL erstellt und auf der Grundlage der Rückmeldungen aus mehreren öffentlichen Konsultationen weiterentwickelt. Die erarbeiteten Kriterien dienen als Grundlage für eine unabhängige Prüfung.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Das Mandat des ersten Label-Expertenkommittees endete mit der Finalisierung der ersten Version des Kriterienkatalogs für das Digital Trust Label. Da digitale Technologien schnell fortschreiten, ist die kontinuierliche Weiterentwicklung des Digital Trust Labels eine Priorität der SDI, wie diese in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Die Expertinnen und Experten treffen sich regelmässig, sammeln das ganze Jahr über Feedback und erarbeiten Empfehlungen für mögliche Anpassungen des Labels.

Mittels eines offenen Bewerbungsprozesses habe die SDI «eine hohe Anzahl hochwertiger Bewerbungen» erhalten und sei stolz darauf, die folgenden Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Zivilgesellschaft und Konsumentenschutz, öffentlicher Sektor und internationale Organisationen, Wissenschaft und aus dem Privatsektor sowie Expertinnen und Experten mit nachgewiesenem Know-how und Fachwissen in den vier Dimensionen des Digital Trust Labels in das Expertenkomitee aufzunehmen:

DigitalTrust_1

  • Marcel Blattner, Principal Data Scientist und Team Leader, ETH Swiss Data Science Center
  • Nikki Böhler, Direktorin, Opendata.ch
  • Sophia Ding, Managing Consultant, Head Trustworthy AI & Responsible Tech, AWK Group
  • Maximilian Groth, Co-Founder & CEO, Decentriq
  • Michael Kende, Senior Fellow und Visiting Lecturer am Geneva Graduate Institute, und Senior Advisor bei Analysys Mason
  • Rodolphe Koller, Chefredakteur, ICTjournal
  • Diego Kuonen, CEO, Statoo Consulting & Professor für Data Science, GSEM, Universität Genf
  • Patrick Schaller, Senior Scientist System Security, ETHZ
  • Mitchell Scherr, CEO, Assured Cyber Protection
  • Manouchehr Shamsrizi, Co-Founder, gamelab.berlin Humboldt-Universität's Cluster of Excellence und Co-Founder RetroBrain R&D
  • Martin Steiger, Partner Steiger Legal, Co-Founder Datenschutzpartner
  • Tuulia Timonen, Head PSC Service Excellence, Posti Group
  • Leila Toplic, Head Emerging Technologies Initiative, NetHope
  • Charlotte van Ooijen, Associate Director Digital Government and Data, The Lisbon Council for Economic Competitiveness and Social Renewal


«Es freut uns sehr, auf die Expertise eines solch hochqualifizierten und interdisziplinären Komitees zählen zu dürfen und wir sind überzeugt, dass diese Perspektiven für die Weiterentwicklung des Digital Trust Labels wertvoll sein werden», wird Niniane Paeffgen, Geschäftsführerin der SDI zitiert. «Digitales Vertrauen kann nicht von einer Organisation allein definiert werden, sondern erfordert die Zusammenarbeit aller Akteure.»

Partnerschaft mit Sicpa

Um die Glaubwürdigkeit des Labels weiter zu stärken und fälschungssicher zu machen, «ist die SDI stolz darauf, eine Partnerschaft mit Sicpa bekannt zu geben», einem Schweizer Anbieter von sicheren Authentifizierungs-, Identifizierungs- und Rückverfolgbarkeitslösungen, welche Transaktionen, Interaktionen und Produkte in der physischen und digitalen Welt sichern. Die Blockchain-basierte und kosteneffiziente digitale Lösung von Sicpa verifiziert den dynamischen Inhalt von papierbasierten und digitalen Dokumenten durch Aufbringen einer fälschungssicheren QR-Markierung, wie es weiter heisst. Das Digital Trust Label wird mit einer entsprechenden QR-Kennzeichnung versehen und kann somit ab dem dritten Quartal 2022 mit allgemeinen Verifizierungswerkzeugen wie Web- und Mobil-Apps sofort überprüft werden.

Philippe Thevoz, Vizepräsident für elektronische Behördendienste bei Sicpa: «Wir sind stolz darauf, in Zusammenarbeit mit der Swiss Digital Initiative das weltweit erste Digital Trust Label mit unserer digitalen Lösung ‹Certus› fälschungssicher zu machen. In einer sich ständig weiterentwickelnden digitalen Landschaft können sich Kunden und Nutzerinnen digitaler Dienste nicht nur der Vertrauenswürdigkeit der von ihnen genutzten Website oder des Dienstes sicher sein, sondern auch über die aktuelle Gültigkeit des Digital Trust Labels.» (pd/cbe)



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