22.01.2020

Swiss Digital Initiative

Digital Trust Label am WEF präsentiert

In Davos hat die Stiftung die offizielle Gründung gefeiert und das erste Projekt vorgestellt.
Swiss Digital Initiative: Digital Trust Label am WEF präsentiert
Bei der Gründung der Stiftung Swiss Digital Initiative dabei waren unter anderen Bundesrat Ueli Maurer sowie Digitalswitzerland-Chef und Ringier-CEO Marc Walder. (Bild: zVg.)

Die unter dem Patronat des letztjährigen Bundespräsidenten Ueli Maurer und von Digitalswitzerland lancierte Initiative will mit konkreten Projekten ethische Standards in der digitalen Welt verankern und einen relevanten Beitrag zum Umgang der digitalen Ethik leisten.

Symbolträchtig feierte die SDI im Rahmen des Genfer Tages am WEF 2020 die Gründung der Stiftung Swiss Digital Initiative. «Neue Technologien sollen dem Wohl der Gesellschaft dienen und das Leben der Menschen verbessern. Die Swiss Digital Initiative setzt sich dafür ein, dass ethische Grundsätze und Werte im Zentrum der technologischen Entwicklung stehen», so Doris Leuthard, Präsidentin der Swiss Digital Initiative, laut der Mitteilung.

Ein digitales Trust Label

Das erste Projekt der Swiss Digital Initiative befasst sich mit dem Thema Vertrauen in der digitalen Welt. Konsumenten machen sich zunehmend Sorgen um die Vertrauenswürdigkeit digitaler Dienste. Sie wollen wissen, was mit ihren Daten passiert. Das Digital Trust Label soll Orientierung und Transparenz für die Nutzer digitaler Dienste wie Apps oder Websites schaffen.

Für Unternehmen und öffentliche Institutionen sei das Label eine Gelegenheit, ihre Verantwortung als Akteure im digitalen Raum zu manifestieren. Die SDI erachtet das Label als «Meilenstein in der Entwicklung von Good Practices im Bereich digitaler Serviceleistungen mit dem Ziel, Unternehmen zu verantwortungsvollem Handeln zu bewegen».

In einer ersten Phase definierte eine akademische Expertengruppe der EPFL, ETH Zürich, Universität Genf und Universität Zürich eine erste Version des Labels. Diese Pilotversion wird ab Frühling 2020 mit nationalen und internationalen Unternehmen und öffentlichen Institutionen getestet. First-Mover Testpartner sind: Booking.com, Credit Suisse, IBM Schweiz, Kudelski, SBB, Swiss Re und der Kanton Waadt. Das Label wird voraussichtlich 2021 offiziell eingeführt.

Perspektive der Konsumenten

Um die Sicht der Konsumenten von Anfang an in die inhaltliche Arbeit zu integrieren und die Wahrnehmung eines Labels zu testen, führte die SDI im Vorfeld eine qualitative Studie durch. Das Label solle garantieren, dass ein bestimmter digitaler Dienst bestimmte Bedingungen erfüllt, die Vertrauen schaffen, heisst es weiter. Eine Liste ethischer Grundsätze sowie technischer Spezifikationen sollen sicherstellen, dass diese Grundsätze eingehalten werden.

Neben der Wissenschaft und den Testpartnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor werden die Verbraucherorganisationen eng in die Entwicklungsphase des Labels eingebunden.

Ausblick 2020

Im Jahr 2020 liegt der Fokus auf der Entwicklung des Digital Trust Labels. Die Initiative wird eng mit internationalen und nationalen Institutionen und Unternehmen sowie mit den wichtigsten Akteuren im internationalen Genf zusammenarbeiten, darunter die Vereinten Nationen, NGOs, das Weltwirtschaftsforum (WEF), die Geneva Sciences and Diplomacy Anticipator (GESDA) und das Cyber Peace Institute.

In einer für SDI entwickelten Trendlandkarte hat der unabhängige Think Tank Wire strategische Handlungsfelder für Entscheidungsträger identifiziert, um Vertrauen und Verantwortung zu fördern. In den nächsten zehn Jahren werden wir mit mehr individuellem Empowerment, mehr Komfort, neuen Communities und höherer Sicherheit konfrontiert sein. Aber wir müssen uns auch auf datengetriebene Intransparenz, algorithmische Diskriminierung, Kontrollverlust und die Erosion der Privatsphäre einstellen. Basierend auf diesen Erkenntnissen will SDI in Zukunft neue Projekte und Massnahmen erforschen. (pd/wid)



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