04.01.2018

Digital Switzerland

Grossteil der KMU sind digitale Dinosaurier

Mehr als jedes Zweite Unternehmen verfügt über keine Digitalstrategie. Und auch im Bereich Social Media und Bewertungen sind Defizite vorhanden. Eine Studie der HWZ und Localsearch zeichnet ein düsteres Bild vom Digitalisierungsgrad der Schweizer KMU.

Die Studie Digital Switzerland von der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich und Localsearch (Swisscom Directories) zeigt, dass Schweizer KMU digitalen Nachholbedarf haben: 87 Prozent der Befragten sind als digitale Dinosaurier einzustufen, wie es in der Mitteilung heisst. In diesen Bereich fallen vor allem Mikrounternehmen (1 – 9 Mitarbeitende). Fehlende finanzielle Mittel, technische Ausstattung und Fachwissen seien für Mikrounternehmen dabei die grössten Herausforderungen.

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Die zum dritten Mal durchgeführte KMU-Studie Digital Switzerland untersucht Ziele und Herausforderungen der digitalen Transformation für Schweizer Unternehmen. Zwischen Oktober und November 2017 wurden dafür 1294 Unternehmen online befragt. 

«Die Studie zeigt, dass viel Potenzial ungenutzt bleibt, aber gleichzeitig eben auch ein Ressourcenproblem besteht, um die digitale Transformation voranzutreiben», sagt Manuel Nappo, Leiter des Institute for Digital Business der HWZ , das die Studie verantwortet. Stefano Santinelli, CEO von Localsearch überraschen die Studienergebnisse nicht: «Gerade Mikrounternehmen haben oft weder die Zeit noch das Know-how, um sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen. Dabei drohen viele den Anschluss zu verlieren, denn: Wer heute online nicht präsent ist, wird schlicht nicht mehr wahrgenommen und die Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt.»

Fehlende Ressourcen

Generelle Herausforderungen im Zuge der digitalen Transformation sind fehlende finanzielle Mittel, ungenügende technologische Ausstattung und Mangel an Fachwissen. Bei Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden zählen neben fehlendem Fachwissen, eine nicht vorhandene Veränderungskultur und unklare Verantwortlichkeiten zu den grössten Herausforderungen.

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Ziel Kundenbindung und Kostenreduktion

Als wichtigste Ziele der digitalen Transformation werden Kundenbindung, Kostenreduktion und erhöhte Reichweite für die Neukundenakquise angegeben. Bei Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden spielt zudem das verbesserte Kundenerlebnis eine zentrale Rolle.

Für die künftige Entwicklung der Unternehmen wird Digital Security von den Befragten am wichtigsten eingestuft, gefolgt von Socia l Media und digitalem Marketing. Nach Kenntnissen gefragt, geben die Umfrageteilnehmer an, dass sie sich vor allem mit Social Media, Wearables und E-Commerce auskennen.

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Im Unternehmensalltag werden die digitalen Möglichkeiten aber noch kaum ausgeschöpft: so ist es bei 77 Prozent der Befragten Unternehmen mit terminierbaren Leistungen – wie Coiffeurebetrieben oder Physiotherapeuten – heute nicht möglich, online einen Termin zu buchen. 60 Prozent verfügen entsprechend auch nicht über eine Softwarelösung, um die Termine zu verwalten.

Gerade die Mikrounternehmen tun sich schwer mit dem Online-Marketing: Nur etwa ein Drittel der Befragten kontaktiert die Kundinnen und Kunden online mit personalisierten Angeboten und gerade mal 11 Prozent setzen ein digitales Treuesystem ein.

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Im Bereich Social Media und Bewertungen sind ebenfalls noch Defizite vorhanden. 74 Prozent der Umfrageteilnehmer verfügen über keinen Mechanismus oder Ablauf, der sie über Online-Bewertungen informiert und lediglich 34 Prozent reagieren aktiv auf Bewertungen und Erfahrungsberichte im Internet . 78 Prozent verzichten daher auch darauf, Kundinnen und Kunden aktiv dazu aufzufordern, das Unternehmen, die Produkte oder die Dienstleistung online zu bewerten.

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Zur Studie Digital Switzerland wurde vom Institute for Digital Business der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich und localsearch durchgeführt. Die Studie befasst sich mit der digitalen Transformation, deren aktuelle m Stellenwert sowie Chancen und Gefahren für Schweizer Unternehmen. 1294 Unternehmen haben an der Online-Befragung teilgenommen. Erhoben wurde von Oktober bis November 2017. (pd)



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