01.03.2019

Netflix

Konto-Piraterie kostet Millionen

Bereits jeder Fünfte nutzt fremde Account-Daten. Dem Streaming-Portal entsteht so ein Schaden von 192 Millionen Dollar – und das jeden Monat. Am weitesten verbreitet ist dieses Piraterie-Phänomen bei den Millennials.
Netflix: Konto-Piraterie kostet Millionen
Durch das Verwenden fremder Login-Daten von Streaming-Plattformen lässt sich monatlich einiges an Geld sparen. (Bild: Pixabay)

Das Verwenden fremder Nutzerkonten ist für Streaming-Portale ein Problem mit grossem wirtschaftlichen Schaden. Laut der US-Analysefirma CordCutting gehen allein Netflix durch derartige Piraterie monatlich 192 Millionen Dollar durch die Lappen – mehr als bei Amazon Prime Video (45 Millionen Dollar) und Hulu (40 Millionen Dollar) zusammengenommen. Über alle Anbieter verteilt, nutzt dabei durchschnittlich jeder Fünfte fremde Accounts, meistens von Verwandten.

«Subscription Mooching»

«Es ist noch gar nicht so lange her, da waren teure Kabel- oder Stalliten-TV-Pakete die einzige Möglichkeit, an exklusive Serien- und Filminhalte heranzukommen», so der CordCutting-Bericht. Doch die Zeiten hätten sich geändert. «Heute verfügt jeder durchschnittliche User über mindestens ein Abo bei einem Video-Streaming-Portal. Und diese Zahl wird in Zukunft noch weiter steigen», erklären die Experten. Das Problem dabei: «Individuelle Streaming-Angebote kosten vielleicht nur wenige Dollar pro Monat. Wenn man aber auch besonders exklusive Inhalte haben möchte, kann das dennoch schnell teuer werden.»

Genau hier komme dann oft das Nutzen von fremden Konten – das sogenannte «Subscription Mooching» – ins Spiel. «Durch das Verwenden fremder Login-Daten lässt sich monatlich einiges an Geld sparen. Bei geschätzten 137 Millionen Netflix-Kunden weltweit scheint es auch gar nicht so schwer zu sein, jemanden zu finden, der einem seine Kontodaten zur Verfügung stellt», betont das US-Unternehmen. Die Ersparnis pro Person könne auf ein ganzes Jahr gerechnet durchaus einige hundert Dollar betragen. «Natürlich sind die Verluste, die dadurch bei den Streaming-Anbietern entstehen, deutlich grösser», weist die CordCutting-Analyse aus.

Eltern und Geschwister

Am weitesten verbreitet ist dieses Piraterie-Phänomen bei den Millennials: Bei Netflix betreiben 95,8 Prozent der Nutzer dieser Generation, die im Zeitraum der frühen 1980er- bis zu den späten 1990er-Jahren geboren wurde, Mooching. Auch bei Hulu liegt diese Gruppe mit 50,7 Prozent auf Platz eins. Nur bei Amazon Prime Video landen die Baby Boomers mit 63,1 Prozent auf der Spitzenposition.

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Interessant ist auch, wo die fremden Nutzerdaten herkommen. «Fast 48 Prozent der Moocher bei Netflix geben an, die Logins von ihren Eltern bekommen zu haben. Weitere 14 Prozent haben dafür die Daten von Geschwistern verwendet», so der CordCutting-Bericht. Auch bei Amazon (Eltern: 32 Prozent, Geschwister: 14 Prozent) und Hulu (Eltern: 26 Prozent, Geschwister: elf Prozent) zeigt sich die eigene Verwandtschaft in Bezug auf die Mitnutzung ihrer Abokonten sehr freigiebig. (pte/cbe)



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Kommentare

  • Denis Spycher, 04.03.2019 05:10 Uhr
    Was bitte ist daran Piraterie, wenn ich ein Netflix Konto für 2 Benutzer zahle, und wir den auch zu zweit nutzen?
  • Urs Angst, 04.03.2019 08:42 Uhr
    Mit der Hauptaussage "Verlust" oder "Schaden" des Artikels bin ich so nicht einverstanden. Die suggerierten Ausfälle wurden von Netflix und den anderen Dienstleistern bestimmt schon von Beginn weg in der Businessplanung mit einkalkuliert. Das Sharing hilft ihnen doch sogar, noch schneller Reichweite aufzubauen und ist somit auch ein Promotions- und Marketingfaktor.
  • Tom Streamer, 04.03.2019 13:46 Uhr
    In diesem Zusammenhang von "Konto-Piraterie" zu sprechen ist sowohl falsch wie auch irreführend. Vielmehr wird hier ja ein gewolltes Account-Sharing beschrieben, welches sich (zumindest beim grössten Netflix Konto) ja geradezu anbietet bei den CH-Preisen...

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