01.10.2025

Grokipedia

Musk baut Wikipedia-Alternative auf

Der Tech-Milliardär begründet sein Projekt mit scharfer Kritik an der bestehenden Online-Enzyklopädie.

Elon Musk hat eine Alternative zur Online-Enzyklopädie Wikipedia angekündigt. «Wir bauen ‹Grokipedia› bei xAI auf», schrieb der Tech-Milliardär und frühere Berater von US-Präsident Donald Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst X. Bei xAI handelt es sich um Musks 2023 gegründetes Unternehmen für künstliche Intelligenz (KI), das unter anderem den Chatbot Grok entwickelt hat.

Musk schrieb weiter, Grokipedia werde eine «massive Verbesserung im Vergleich zu Wikipedia» darstellen und sei «ein notwendiger Schritt zum Ziel von xAI, das Universum zu verstehen». Musk gab die Pläne in einem X-Post bekannt, in dem er David Sacks, den KI-Beauftragten der Trump-Regierung zitierte.

Sacks hatte geschrieben, Wikipedia sei «hoffnungslos politisch voreingenommen», da eine «Armee linker Aktivisten» sich gegen «vernünftige Korrekturen» wende. Unter Musks Post kommentierte der rechte Aktivist Tom Fitton, Wikipedia sei eine «Verleumdungsmaschine der Linken» – was Musk mit Zustimmung quittierte. 

Musk hatte sich im Januar ein Wortgefecht mit Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales geliefert. Anlass war ein Wikipedia-Artikel über eine Geste, die Musk mehrfach bei einer Rede nach der Amtseinführung von Präsident Trump gemacht hatte, und die als Hitlergruss interpretiert wurde.

Musk warf Wikipedia vor, «Propaganda der Mainstream-Medien» zu verbreiten. Zudem rief er seine Anhänger dazu auf, Wikipedia die Finanzierung zu entziehen. Wikipedia-Mitgründer Wales erwiderte, es gehe um «Fakten», nicht um «Propaganda».

Der Onlinedienst Wikipedia war im Jahr 2001 gegründet worden. Die Einträge werden von Freiwilligen erstellt und sind öffentlich einsehbar. Die Webseite wird von der gemeinnützigen Stiftung Wikimedia betrieben und finanziert sich mithilfe von Spenden. (awp/sda/afp/cbe)


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KOMMENTARE

Fritz Hodler
06.10.2025 16:01 Uhr
@Max Röthlisberger: Richtig. In Musks Welt bedeutet das Universum zu verstehen, es so lange mit den eigenen kognitiven Dissonanzen zu beschallen, bis es per Algorithmus das rückkoppelt, was man selbst sehen und hören will.
Max Röthlisberger
02.10.2025 10:39 Uhr
«ein notwendiger Schritt zum Ziel von xAI, das Universum zu verstehen» ist wohl ein freudscher Versprecher? Herr Musk meinte wohl «ein notwendiger Schritt zum Ziel von xAI, das Universum zu beherschen».
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