Während GPT-3 aus der ersten ChatGPT-Version einem Schüler glich, der «mal richtig antwortet, mal Unsinn verzapft», entspreche GPT-4 einem Universitätsstudenten – GPT-5 nun einem promovierten Wissenschaftler.
OpenAI bewirbt GPT-5 als sein bisher «intelligentestes», «schnellstes» und «nützlichstes» Modell. «GPT-5 vollbringt wahrhaft beeindruckende Leistungen. Es programmiert auf Kommando sofortig Software (…) Das ist eine unglaubliche Superkraft», schwärmte Altman.
Vollständige Website in wenigen Minuten erstellt
In einer Live-Demonstration bat Firmenjingenieur Yann Dubois den KI-Assistenten in alltäglicher Sprache, eine interaktive Online-Anwendung zum Französischlernen zu entwickeln. GPT-5 generierte daraufhin hunderte Codezeilen – binnen weniger Minuten entstand eine funktionstüchtige Website.
Laut Unternehmensangaben neigt GPT-5 weniger zu «Halluzinationen»: Es gesteht Unwissen ein, anstatt scheinbar plausible Antworten zu erfinden. Auch die Sicherheitsarchitektur wurde überarbeitet. Bei Verdacht auf kriminelle Absichten beschränkt GPT-5 den Informationszugang. «Das Modell limitiert sich dann auf allgemeine Informationen, die keinen Schaden anrichten können», erläuterte Alex Beutel, Sicherheitschef bei OpenAI.
Microsoft, Hauptinvestor von OpenAI, gab bekannt, dass GPT-5 ab sofort auf seinen Plattformen wie Copilot verfügbar ist.
Ziel ist eine «superintelligente» KI
Die Tech-Riesen übertrumpfen einander mit immer raffinierteren Modellen, die eigenständig «denken» und komplexe Aufgaben bewältigen können. Das erklärte Ziel: eine «allgemeine» oder «superintelligente» KI zu schaffen, deren kognitive Fähigkeiten den Menschen übertreffen.
Das Entwicklungstempo hat sich verschärft. Die Unternehmen kämpfen darum, ihre KI-Assistenten – ChatGPT, Gemini (Google), Meta AI, Claude (Anthropic) – für möglichst viele Nutzer und Entwickler im Alltag unentbehrlich zu machen. ChatGPT behauptet dabei seine Spitzenposition: Fast 700 Millionen Menschen nutzen den Service wöchentlich. (sda/nil)

