27.06.2019

E-Commerce Report 2019

Shopping über das Mobiltelefon legt stark zu

Schweizer Konsumenten kaufen vermehrt via Handy ein: Etwa Billette von Fairtiq und SBB Easy Ride, oder auch über «Avec Box», wie eine Befragung zeigt. Von diesem Trend profitieren vor allem ausländische Anbieter wie Amazon.
E-Commerce Report 2019: Shopping über das Mobiltelefon legt stark zu
Fairtiq und Lezzgo sind Mobile Ticketing Apps für den Öffentlichen Verkehr. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Während der klassische Schweizer Detailhandel seit Jahren im Krebsgang ist, erobern Onlineanbieter ein immer grösseres Stück des Kuchens. Nun wird auch der Einkauf via Smartphone bei den Konsumenten immer populärer.

Insgesamt haben Schweizer im vergangenen Jahr Onlinebestellungen im Volumen von knapp 10 Milliarden Franken getätigt, wie dem am Donnerstag publizierten «E-Commerce Report 2019» zu entnehmen ist. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 10 Prozent.

Besonders zugelegt hat im letzten Jahr das Shopping über das Mobiltelefon. Die Unternehmen würden ihr Marketing gezielt auf die Smartphone-Nutzung der Kunden ausrichten, hiess es.

Neuere Beispiele für den Erfolg des Einkaufens via Handy seien die smarten ÖV-Billette von Fairtiq und SBB Easy Ride. Auch der kassenlose Kiosk «Avec Box» der Kioskbetreiberin Valora wurde genannt.

Ausländische Anbieter profitieren

Wie schon in den Jahren zuvor profitierten vor allem ausländische Anbieter wie Amazon besonders von der Shopping-Lust der Schweizer. Der Bestellwert bei internationalen Online-Plattformen ist 2018 mit 16 Prozent überaus deutlich gestiegen. Wirft man den Blick etwas weiter zurück, so entwickelten sich in den letzten fünf Jahren ausländische Anbieter gemäss Report mehr als doppelt so schnell wie die hiesigen.

Ein Grund für den Online-Kauf im Ausland sei, dass gewisse Produkte hierzulande nicht erhältlich sind, sagte Professor Ralf Wölfle von der Fachhochschule Nordwestschweiz, der die Studie verfasst hat, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. «Andere Produkte sind in der Schweiz übermässig teuer», ergänzte er.

Für die klassischen Detailhändler bleibt die Situation somit angespannt. «Sie müssen damit leben, dass die Kunden jeden Fünfliber nur einmal ausgeben können», sagte Wölfle.

Der Hauptreiz des Online-Shoppings sei dabei, dass die Konsumenten nicht an die Öffnungszeiten der Geschäfte gebunden seien. «Ausserdem haben sie Zugriff auf ein gigantisches Angebot, das um ein vielfaches grösser ist als das eines normalen Geschäfts.»

Stammkunden halten

Für die klassischen Detailhändler gilt aufgrund der Beliebtheit des Internethandels laut Wölfle, dass sie auf einen Online-Shop nicht verzichten dürfen. Ein traditioneller Händler könne mit einem Geschäft im Internet nämlich immerhin seine bisherigen Stammkunden halten.

Mit Blick nach vorne dürfte der Wachstumstrend im E-Commerce vorerst ungebremst anhalten. Gut zwei Drittel der Befragten im Report gehen davon aus, dass die Umsätze des Onlinehandels bis 2025 um 50 Prozent oder mehr steigen werden. Kein einziger der Befragten erwartet einen Rückgang. (awp/sda/eh)

 

 

 



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