27.07.2025

Künstliche Intelligenz

UN fordert koordinierte Regulierung

Angesichts unterschiedlicher nationaler Ansätze zur Regulierung künstlicher Intelligenz mahnt UN-Technologie-Chefin Doreen Bogdan-Martin zu weltweiter Koordination. Die ITU-Leiterin warnt vor «fragmentierten Ansätzen» und fordert einen Dialog zwischen den USA, China und der EU. 85 Prozent aller Länder haben noch keine KI-Richtlinien.
Künstliche Intelligenz: UN fordert koordinierte Regulierung
ITU-Generalsekretärin Doreen Bogdan-Martin, hier am AI for Good Global Summit in Genf, warnt vor fragmentierten Ansätzen bei der KI-Regulierung. (Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi)

Angesichts der geplanten Lockerung der US-Vorgaben für künstliche Intelligenz (KI) hat UN-Technologie-Chefin Doreen Bogdan-Martin zu einem einheitlichen Ansatz im Umgang mit KI aufgerufen.

Es sei dringend notwendig, mit weltweiter Koordination «den richtigen Rahmen zu setzen», sagte die Chefin der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Diese UN-Unterorganisation für Technologiethemen hat ihren Sitz in Genf. Erst durch ein gemeinsames Vorgehen könne KI «der Menschheit tatsächlich zugutekommen», so Bogdan-Martin weiter.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch eine neue KI-Strategie vorgestellt. Die USA setzen dabei auf eine weitgehende Regulierungsfreiheit für Unternehmen – auch wenn Experten vor Gefahren der Technologie warnen.

China warnte vor unkontrollierten Entwicklung

Im Gegensatz zu den USA warnte China vor einer unkontrollierten Entwicklung. Peking werde die Entwicklung von Open-Source-KI «aktiv fördern», betonte Chinas Ministerpräsident Li Qiang am Samstag. Dabei sei China bereit, Fortschritte und neue Erkenntnisse mit anderen Ländern zu teilen, insbesondere mit Entwicklungsländern.

Laut Bogdan-Martin sind weltweit koordinierte Regulierungsmassnahmen angesichts der Risiken durch künstliche Intelligenz von entscheidender Bedeutung: Befürchtungen über Arbeitsplatzverluste, die Verbreitung von Deepfakes und Desinformation liessen Bedenken gegenüber KI wachsen.

Auf globaler Ebene müsse darüber diskutiert werden, wie viel Regulierung erforderlich sei. «Fragmentierte Ansätze werden nicht dazu beitragen, allen zu dienen und alle zu erreichen», warnte die ITU-Chefin. Es brauche einen Dialog zwischen den Ansätzen der EU, der USA und China – und den «85 Prozent der Länder, die noch keine KI-Richtlinie oder Strategie haben».

Gleichzeitig lobte Bogdan-Martin die «atemberaubenden» Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz, die das Potenzial besässen, viele Lebensbereiche von Bildung über die Landwirtschaft bis hin zum Gesundheitswesen zu verbessern.

Ohne gemeinsame Anstrengungen bestehe jedoch die Gefahr, dass KI letztendlich für «die Verschärfung von Ungleichheiten» stehen werde. 2,6 Milliarden Menschen weltweit haben demnach keinen Zugang zum Internet – und somit auch keinen Zugang zu Technologien der künstlichen Intelligenz. (sda/afp/cbe)

Von Nina Larson, AFP


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