07.09.2026

Urheberrecht

US-Verlage verklagen OpenAI und Microsoft

Das Kapitel der Gerichtsverfahren amerikanischer Verlage gegen KI-Unternehmen ist um einen Fall reicher geworden. The Seattle Times und Newsday haben Klage gegen OpenAI und Microsoft eingereicht. Sie werfen den beiden Unternehmen vor, geschütztes Material widerrechtlich zum Training ihrer KI-Systeme verwendet zu haben.

Die Verlage bezeichnen generative KI-Werkzeuge in der online veröffentlichten Klageschrift als «Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beisst». Diese nutzten journalistische Originalinhalte aus und untergrüben damit die Finanzierungsgrundlage der Medienhäuser.

Die Klägerinnen machen geltend, OpenAI und Microsoft hätten systematisch Artikel mittels sogenanntem Scraping gesammelt. Mit dieser Technik lassen sich grosse Datenmengen von Websites abgreifen – die Vorgehensweise sei darauf ausgelegt, Bezahlschranken zu umgehen.

Diese Praxis entziehe den Medienhäusern Traffic und digitale Werbeeinnahmen, so die beiden Verlage. Den Nutzenden würden stattdessen künstlich generierte Kurzantworten angeboten – als Alternative zur direkten Lektüre der Nachrichten. Die Klage moniert zudem die Verbreitung falscher, den Zeitungen fälschlicherweise zugeschriebener Informationen infolge sogenannter Halluzinationen der Modelle. Ausserdem seien mutmasslich die Informationen zum Urheberrechtsmanagement aus den Originalinhalten entfernt worden.

Das neue Verfahren kommt, nachdem sich verschiedene Medienunternehmen für kommerzielle Lizenzabkommen zur autorisierten Nutzung ihrer redaktionellen Archive entschieden hatten. Es folgt zudem wenige Tage auf die Stellungnahme von Donald Trump, der sich im Urheberrechtsstreit zwischen OpenAI und der New York Times auf die Seite von OpenAI gestellt hatte. Eine Beschränkung des KI-Trainings behindere den Fortschritt und bremse die USA, argumentierte er. (sda/nil)


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