14.03.2022

Museum für Kommunikation

Corona kommt ins Museum

Eine Vitrine und ein Kunstwerk sollen zur Reflexion über die letzten beiden Jahre Pandemie anregen.
Museum für Kommunikation: Corona kommt ins Museum

Zwei Jahre nach dem schweizweiten Lockdown und einen Monat nach dem offiziellen Ende der Pandemie, integriert das Museum für Kommunikation das Thema Corona in seine Kernausstellung. Mit einer Vitrine und einem Kunstwerk will das Museum zur Reflexion über diese letzten beiden Jahre anregen und integriert die jüngste Vergangenheit in die Ausstellung, wie es in einer Mitteilung heisst.

Der 16. März 2020 hat sich in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. Viele erinnern sich noch genau, wo sie die Neuigkeit erfahren haben: Der Bundesrat verhängt einen landesweiten Lockdown auf Grund der Pandemie. In der sicheren Insel Schweiz! Das Leben wird von heute auf morgen auf den Kopf gestellt. Etwas, das kurz zuvor noch unvorstellbar erschien.

In Kürze jährt sich der Beginn des Lockdowns zum zweiten Mal. Genau einen Monat vor dem Jahrestag hat der Bundesrat die Massnahmen aufgehoben und die Pandemie für beendet erklärt. Es ist an der Zeit, dass dieses Kapitel der Geschichte ins Museum kommt, könnte man sagen. Im wörtlichen und übertragenen Sinn. Tatsächlich hat das Museum für Kommunikation in Bern das Thema bereits in seine Ausstellung integriert und bleibt am Puls der Geschichte.

Ein Museum reflektiert auch die Gegenwart

In seiner Kernausstellung kennt das Museum für Kommunikation das dynamische Kuratieren. Teile der Ausstellung werden in regelmässigen Abständen erneuert. Das sorgt dafür, dass die Ausstellung immer aktuell bleibt. Im Rahmen des dynamischen Kuratierens wurde nun im Ausstellungsbereich Memoire eine Vitrine zu Corona hinzugefügt.

Hygienemasken und Briefe an den Bundesrat erinnern an die Zeit, als die Corona-Massnahmen unseren Alltag bestimmten. Die Briefe richten sich an die damalige Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, das Museum hat sie als Dokumentation für die Pandemie in die Sammlung aufgenommen. Die Hörspur zur Vitrine entführt nochmals in die Medienkonferenz des Bundesrates vom 16. März 2020: «Jetzt muss ein Ruck durch unser Land gehen.», das waren die Worte von Bundesrätin Sommaruga, die sich ins Gedächtnis eingebrannt haben. Die Bundespräsidentin erhält daraufhin Post, viel mehr Post als üblich. Der Inhalt dieser Briefe macht schnell klar, wie diese Zeit polarisiert hat – die oberste Führung des Landes wird von den einen gelobt, von den anderen scharf kritisiert. Die Vitrine regt zum Nachdenken über die letzten zwei Jahre an: Was bleibt von diesen Gräben? Zu kommunizieren gibt es auf jeden Fall noch viel.

Aus Corona wird Kunst

Neu zu sehen ist im Museum für Kommunikation auch eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Pandemie. Das Museum hat ein Werk der Schweizer Künstlerin Daniela Keiser in die Sammlung aufgenommen und zeigt «Whisper in Translation» ab dem 16. März 2022 im Studienraum. Die Künstlerin spielt mit den kommunikativen Aspekten der Pandemie, die sich mit der chinesischen Zensur und der schweizerischen Realität vermischen. Im Zentrum des Werks steht die chinesische Ärztin Ai Fen, die als erste über das neuartige Virus berichtet. Ihre Aussagen werden in ihrem Heimatland umgehend zensiert.

Doch die Internetgesellschaft reagiert kreativ: Das Interview wird in zahlreiche Sprachen übersetzt, unter anderem in Klingonisch (Star Trek) und Elbisch (Herr der Ringe). Die Aufforderung an Daniela Keiser zur Impfung im Mai 2021 schliesst die Arbeit ab. Die Künstlerin verarbeitet diese Ereignisse in einem grossflächigen 48-teiligen Werk. (pd/wid)



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