«Krieg gegen Amerika» titelte der Blick, «Krieg der Zivilisationen» überschrieb der Tages-Anzeiger seinen Kommentar. Die USA befänden sich «mental im Krieg». Die Attentäter hätten bewiesen, dass sie den «Krieg der Zivilisationen» loszutreten bereit seien, in dem sich «die Menschheit entlang von religiösen und ethischen Grenzen» selbst zerfleische.
«Neue Form der Kriegsführung»
Von einer «neuen Form der Kriegsführung» sprach der Zürcher Oberländer. Die Anschlagserie habe die «Verletzlichkeit der modernen Gesellschaft» gezeigt. «Der neue Terror ist grauenhaft», überschrieb die Aargauer Zeitung ihren Kommentar. Am 254. Tag des 3. Jahrtausends habe unser Planet etwas erlebt, was es zuvor ausserhalb von Kriegszeiten nie gab.
Die Basler Zeitung war überzeugt: «Die Kriegserklärung an die USA wird mit Bestimmtheit nicht ohne Reaktion bleiben», hiess es im Kommentar. Die Zerstörung «ausgewählter Machtsymbole» treffe die USA und ihr Selbstverständnis bis ins Mark.
Gleiches schrieb Der Landbote. Und weiter: Der Terrorismus zeige seine «neue Fratze». Um den Kampf gegen diesen Terrorismus zu gewinnen, sei das Zusammenwirken aller Staaten notwendig. «Der Anschlag trifft nicht nur die USA», gab sich auch die Neue Luzerner Zeitung überzeugt.
«Verletzlichkeit der Gesellschaft»
Die Attentäter hätten die «Verletzlichkeit der westlichen Konsum- und Hightech-Gesellschaften» bewiesen, so die Neue Zürcher Zeitung. Hinter den Anschlägen stecke aber nicht «blinder Wahnsinn, sondern Wahnsinn mit Methode». Die USA würden die Sprache des Terrors nicht akzeptieren und zurückschlagen.
Davon war auch die Südostschweiz überzeugt. Mit dem 11. September 2001 habe eine neue Zeit begonnen. Man werde begreifen, «dass alle Militärs, alle Geheimdienste und alle möglichen Schutzmassnahmen eine Supermacht nicht vor dem Super-Gau bewahren können, den eine paar Wahnsinnige in aller Ruhe planen und durchführen können». Für den Bund beginne nur der «Krieg gegen unbekannt».
«Herausforderung an die Staatengemeinschaft»
Für die Tribune de Genève habe am 11. September 2001 das 3. Jahrtausend begonnen. Die Bedrohung durch den Terrorismus sei durch die Militärexperten als eine der ernsthaftesten unserer Zeit identifiziert worden.
Auch L’Impartial/L’Express warf einen Blick in die Zukunft. Wenn die Tränen über die Opfer getrocknet seien, gelte es zu überlegen, wie man die Geissel Terrorismus bekämpfen müsse. Sicher mit Härte und Bestimmtheit, aber auch mit mehr Gerechtigkeit in den internationalen Beziehungen.
Wie andere Zeitungen auch, schlug Le Temps den Bogen zum Angriff von Pearl Harbor 1941. Den USA sei der Krieg erklärt worden. Die heutige Situation aber sei eine andere. Wenn sich die USA im Kriegszustand befänden, sei es die ganze Welt mit ihnen. So wolle es die heutige Weltordnung.
Die Berner Zeitung titelte «Hilflos in unserer Angst» und stellte die Frage, wieso Menschen «das getan haben. Es gibt nichts auf der Welt», hiess es weiter, «das eine solche Schreckenstat rechtfertigt». (sda/nil)

