Herr Meier, Sie haben zusammen mit Ihrem Kollegen Matthes Schaller «Die Zürcher Filmstafette 2007 – 2025» gedreht. Warum dauerte es so lange?
Die Idee für den Film entstand bei einem Pausenkaffee. Als Gründer und Betreiber von QuartierTV suchen wir nach Geschichten in der Stadt, in denen Menschen ihr Engagement und ihre Leidenschaft zeigen. So finden wir spezielle Trouvaillen, welche TV-mässig nicht mehrheitsfähig sind, und loten Nischen aus. Mit der Filmstafette wagten wir ein Experiment mit dem Ziel, den Protagonisten selbst die Regie zu übergeben und den Lauf des Films bestimmen zu lassen. Die Frage war: Was interessiert sie selbst an dieser Stadt? Wir hatten keinen konkreten Zeitplan für die Produktion. Unser Leben und die Arbeit haben sich verändert. Neue Jobs kamen, Kinder wurden geboren, Wohnungen gewechselt, anderes war wichtiger. Mit QuartierTV produzierten wir Hunderte von Filmen zu Themen der Stadt, und schliesslich kam Corona. Die Drehpausen und ihre Gründe werden im Film thematisiert. Doch der Wille und die Faszination für dieses Projekt waren nie erloschen.
Sie realisierten dabei eine Idee des damaligen Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber. Was wünschte er sich von Ihnen?
Elmar Ledergerber wünschte sich, den Fokus auf ein wichtiges Thema zu lenken, das uns alle betrifft: den Tod. Wir haben einen wunderbaren Menschen, der Bestatter ist, einen Tag lang begleitet und ihm Fragen gestellt wie: Warum wird jemand Bestatter? Was ist die Faszination an diesem Beruf? Welches sind seine Aufgaben?
Was zeigen Sie in Ihrem Film?
Wir möchten an dieser Stelle eigentlich nicht alles über den Verlauf des Films verraten, vielleicht nur so viel: das Sarglager von Zürich, ein Fussballtrainer des damaligen FCZ, die betende Frau im Hauptbahnhof, Saurier in Zürich, die Stadt während Corona.
Wie hat sich die Stadt in den gezeigten 18 Jahren verändert?
Formal zeigt sich dies in unserem Film in zwei Einstellungen: Totalen über der Stadt. Die eine aus dem Jahr 2008, als der «Primetower» noch nicht stand, und eine aktuellere, welche die Skyline mit den Hochbauten zeigt.
Sie sind eigentlich Cutter bei verschiedenen TV-Sendern. Wodurch unterscheidet sich Ihre Wahrnehmung von der eines Regisseurs und Kameramanns?
Im Normalfall ist der Cutter der erste Zuschauer, der zusammen mit dem Produzenten das Filmprodukt in eine adäquate, verständliche und ansprechende Form bringt. Bei QuartierTV bin ich zusammen mit meinem Kollegen Matthes Schaller alles in einem: Produzent, Journalist, Kameramann und Cutter.
Wie finanzierten Sie Ihren Film?
Anfänglich unterstützte uns das Stadtpräsidium, sprich Jean-Pierre Hoby, mit einem Startbonus. Den Rest haben wir mit viel Effort selbst finanziert.
Wo kann man den Film jetzt überall sehen?
Bis jetzt steht nur die Premiere im Filmpodium Zürich am kommenden Samstag fest. Der krönende Abschluss nach 18 Jahren. Danach wird es voraussichtlich weitere Möglichkeiten geben, den Film zu zeigen. Wir überlassen das gemäss dem Konzept des Films dem Zufall. Wer den Film sehen möchte, kommt am Samstag ins Filmpodium. Der Eintritt ist frei, ein Apéro ist garantiert.

