11.07.2017

Influencerin

«Die Geburt wurde sogar gefilmt»

Annette Pawlu war mehrere Jahre lang die Gesellschaftskolumnistin von «Cash» und «Cash daily», bevor sie zur «Bild»-Zeitung und später zur deutschen «Bilanz» wechselte. Jetzt sorgt die Münchnerin vor allem auf den sozialen Medien als Mutter von Drillingen für Aufsehen.
Influencerin: «Die Geburt wurde sogar gefilmt»
Posiert im Bikini und mit Star-Wars-Spritzpistole: Annette Pawlu (Bild: little.fashion.cuties)
von Matthias Ackeret

Frau Pawlu, Sie sind seit wenigen Tagen Mutter von Drillingen. Wie verlief die Geburt?
In Deutschland gibt es nur noch etwa 150 Drillingsgeburten pro Jahr. Die Geburt war darum ziemlich spektakulär – der Kreissaal und die Nebenzimmer waren brechend voll. Für jedes Baby standen zwei Kinderärzte, eine Hebamme und zwei Schwestern bereit. Also alleine 15 Leute für die Kinder. Dazu Springer und – zumindest aus meiner Sicht – einige untätige Schaulustige in grünen Kitteln. Dann der Gynäkologie-Chefarzt, der den Kaiserschnitt gemacht hat, mit zwei Assistenten und mehreren Schwestern. Neben mir standen zwei Anästhesisten und mein Mann – der bekam präventiv einen stämmigen Anästhesisten zur Seite, wegen akuter Ohnmachtsgefahr (lacht).

Gab es keine Komplikationen?
Weder in der Schwangerschaft noch bei der Geburt gab es irgendwelche Probleme. Zu keinem Zeitpunkt. Dafür bin ich sehr dankbar. Für wissenschaftliche Zwecke und Kongresse wurde die Geburt sogar gefilmt, weil ich die Kinder in der 36. Woche auf die Welt gebracht habe. Normalerweise kommen Babys in der 40. Woche – Drillinge durchschnittlich in der 30. bis 32. Woche. Ich erwarte meine Krönung zur Zuchtstute in den nächsten Tagen. 

Sie haben bereits zwei Söhne. Wie haben diese auf den Familienzuwachs reagiert?
Rafael, mein 7-Jähriger, hat sich von Anfang an so gefreut, immer meinen Bauch gestreichelt und mit den Babys Kontakt aufgenommen. Mein kleiner Sohn Edgar war entsetzt – Schränke voller pinkfarbener Kleidchen. Ausserdem hatte er sich Labradorwelpen gewünscht. Und «keine kleinen Menschenkinder» – you can't always get what you want. Mein Mann hat drei Kinder aus einer früheren Beziehung. Sie sind schon im Teenageralter und haben sich sehr über die kleinen Schwestern gefreut – sie haben uns einen Countdown-Kalender gebastelt. Und im Sommer werden wir alle zusammen sein. Mein Mann, ich und acht Kinder! 

Wie heissen die Neugeborenen?
Wir haben uns für ein A-Team entschieden. Sie heissen: Anastasia Pixie Trinity, Arielle June Trinity und Anouk Olivia Trinity. Sie sind so süss, wenn es die am Stäbchen gäbe, wären sie Zuckerwatte. 

War die Namenssuche schwierig?
Es war lustig. Ich habe Namen vorgeschlagen, mein Mann hat ja oder nein gesagt. So könnte ich das recht gut steuern – happy wife, happy life. 

Wie haben Sie reagiert, als Sie erstmals erfuhren, dass Sie Mutter von Drillingen werden. 
Schockstarre. Nachdem wir alle gemeinsam auf dem Ultraschall nochmal durchgezählt haben, haben wir das gemacht, was man in München so macht: Wir sind zum Traditionsrestaurant Franziskaner und haben Brezen mit Weisswurst gegessen und Weissbier getrunken. Für mich seitdem nur noch alkoholfrei. 

Sie haben jeden Tag Bilder Ihrer Schwangerschaft auf Instagram gespostet. Erzählen Sie uns mehr darüber!
Als fest stand, dass die Schwangerschaft fix ist und nichts mehr passieren kann, habe ich die Seite Little.fashion.cuties auf Instagram gegründet. Die Seite ist sehr schnell gewachsen. Innerhalb vier Monaten habe ich mehr als 125’000 Followers gewonnen. Ich zeige dort mein tägliches Leben – mit Fotos meiner ungewöhnlichen, grossen Patchworkfamilie, der Schwangerschaft und natürlich der Drillinge. Die Reaktionen der Followers sind überwältigend. Sie schicken mir nicht nur Kommentare oder Mails, sondern sogar Geschenke nach Hause. Es ist immer wieder toll zu sehen, wie sehr die Followers mit mir mitfiebern und sich engagieren...

Wie sieht nun Ihr Alltag aus?
Ha, ganz ehrlich gesagt weiss ich das noch gar nicht. Die Babys sind vor genau einer Woche geboren und am 10. Tag werden wir aus dem Krankenhaus entlassen. Vermutlich bricht dann der Tsunami los: Sandsäcke und Regenschirme sind aber bereits gekauft.

Sie sind Kunsthistorikerin, arbeiteten lange im Journalismus, zuletzt für die deutsche «Bilanz». Werden Sie bald Ihre journalistische Tätigkeit wieder aufnehmen?
Nein, ich werde nicht zurückkehren. Ich widme mich ganz meinem Instagram-Blog little.fashion.cuties. Die Seite ist mittlerweile profitabel und wächst täglich. Ich konnte bereits grossartige Kooperationspartner wie  Range Rover, Windeln.de, Stokke, kinnings.de, Cybex etc. gewinnen. Ausserdem wird ab Sommer ProSieben in der Sendung «Red» über mich und die Drillinge berichten. Meine neue Berufsbezeichnung ist ab jetzt «Influencer» und Markenbotschafterin. 

Mit den Kindern Ihres Partners sind Sie mittlerweile fast eine ganze Fussballmannschaft. Wie lebt sich damit?
Sehr gut. Wir sind zusammen 10: Der Torwart fehlt. 

Was ist momentan Ihr Hauptproblem?
Ich muss meinen Mann überzeugen, dass zu jeder guten Mannschaft unbedingt auch ein Goalie gehört. Zumindest den Namen hätte ich schon (lacht).



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Kommentare

  • Robert Weingart, 09.09.2017 07:23 Uhr
    Bedenklich, solchen Leuten eine Plattform zu bieten.
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