05.03.2019

Nationalbank

Die kommunikative Seite der Schweiz

Die neue 1000-Franken-Banknote ist wie ihre Vorgängerin violett. Sie symbolisiert Sprache. Nun bleibt von der neuen Banknotenserie nur noch der beliebteste Schein übrig: Die Vorstellung der neuen 100er-Note wurde für September angekündigt.
Nationalbank: Die kommunikative Seite der Schweiz
Fritz Zurbrügg präsentierte am Dienstag die neue 1000-Franken-Note. (Bilder: Keystone/Ennio Leanza)

Nach der 10er-, der 20er-, der 50er- und der 200er-Note präsentierte die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Dienstag die 1000er-Banknote. Die fünfte Banknote kommt am nächsten Mittwoch, dem 13. März, in Umlauf. Zuerst ist der 1000er-Geldschein bei der SNB verfügbar und wird dann sukzessive an die Banken und die Post ausgeliefert.

«Damit befinden wir uns auf der Zielgeraden», sagte Vizepräsident Fritz Zurbrügg an der Medienkonferenz. Im Frühling 2016 hatte die Nationalbank als erste Banknote der neuen Serie die 50er-Note herausgegeben. Als letztes wird am 3. September 2019 die 100er-Note präsentiert.

Bevölkerung will Bargeld

Trotz mittlerweile diverser bargeldloser Zahlungsmittel braucht es nach Ansicht der SNB nach wie vor den 1000er-Schein. Es sei die Entscheidung der Bevölkerung, Bargeld benutzen zu wollen, sagte Zurbrügg. Dieses zur Verfügung zu stellen, gehöre auch zu den Aufgaben der Nationalbank.

Zum Einsatz kommen die 1000er-Noten laut Zurbrügg etwa für Einkäufe mit hohem Wert oder etwa zur Bezahlung von Rechnungen am Postschalter. Derzeit seien rund 47 Millionen 1000er-Banknoten im Umlauf. Das sind deutlich weniger als etwa von der 100er-Note, welche die allerhöchste Auflage von 125 Millionen Scheinen hat.

Gleichzeitig wehrte der SNB-Vize sich gegen den Vorwurf, die «grösste» Note begünstige womöglich Steuerhinterziehung oder diene Kriminellen zur Geldwäscherei. Die Gründe dafür, wieso die Nachfrage nach Bargeld Ende Jahr ansteige, seien vielfältig. Zurbrügg nannte Weihnachtskäufe sowie Gratifikationen. Auch Geschenke in bar seien an vielen Orten eine Tradition.

Sollte Geld missbräuchlich genutzt werden, sei es Sache des Gesetzgebers und der relevanten Behörden, dies zu verhindern. Die SNB habe aber keine Anzeichen dafür, dass die 1000er-Note häufiger für kriminelle Machenschaften genutzt werde als andere Noten. Dabei verwies er auch auf eine Studie vom vergangenen Herbst, in der die Risiken untersucht worden seien.

Grosse Scheine wird man bei Migros los

Nicht nur in Schweiz, sondern überall sei die Nachfrage nach Bargeld nach der Finanzkrise vor zehn Jahren gestiegen. Der Anstieg lässt sich unter anderem auch auf das anhaltend tiefe Zinsniveau zurückführen. Laut der SNB deutet der doch hohe Anteil der grossen Scheine darauf hin, dass Banknoten nicht nur als Zahlungsmittel genutzt werden, sondern in erheblichem Umfang auch gehortet werden. Die gestiegene Nachfrage nach den kleinen Banknoten liegt indes vor allem am steigenden Privatkonsum.

Bei den grossen Schweizer Detailhändlern sollte man ohne Probleme mit einem 1000-Franken-Schein zahlen können. Diese akzeptieren grosse Noten, behalten sich aber vor, die Echtheit zu kontrollieren – etwa mit Prüfstiften.

Abgelehnt werden könnte ein 1000er indes eher einmal am Kiosk. Bei Brezelkönig und Caffè Spettacolo sowie Tankstellenshops werden diese nicht angenommen. Den anderen Betreibern überlässt etwa der Kioskkonzern Valora selbst die Entscheidung. In der täglichen Praxis würden die Verkäufer aber wegen fehlendem Wechselgeld oder aus Sicherheitsüberlegungen häufig ablehnen, erklärte Valora-Sprecher Martin Zehnder gegenüber AWP.

Fälschungen verhindern

Auf dem «alten» 1000-Franken-Schein ist ein Porträt des Schweizer Kultur- und Kunsthistorikers Jacob Burckhardt aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Die neue Banknotenserie bildet jedoch keine Persönlichkeiten mehr ab: Jede Note soll unter dem Motto «Die vielseitige Schweiz» eine für das Land typische Seite darstellen, die jeweils durch grafische Elemente illustriert wird.

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Auch beim 1000er-Schein sind Hand und Globus zu sehen, die auf jeder Note der neuen Serie zu finden sind. Die 1000er-Note soll die kommunikative Seite der Schweiz abbilden: Auf der Vorderseite ist ein Händedruck zu sehen, der für die zwischenmenschliche Kommunikation steht. Über einem Globus sind phonetische Zeichen abgebildet - stellvertretend für die Sprache. Auf der Rückseite ist das Parlament als Ort der öffentlichen Debatte abgebildet.

Wie bei allen Noten der neuen Serie gibt es insgesamt 15 Sicherheitsmerkmale. Damit will die Nationalbank ihre neue Notenserie fälschungssicher machen. Gedruckt wird sie von Orell Füssli. Der Sicherheitsdruck ist der umsatzstärkste Geschäftszweig der Industrie- und Handelsgruppe, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Banknoten für die SNB herstellt. Seit 2016 läuft die Produktion der neunten Banknotenserie auf Hochtouren.

Die vorherige Serie wurde in den Jahren 1995 bis 1998 in Umlauf gesetzt. Die Noten bleiben bis auf Weiteres gültig. (awp/sda/cbe)

 



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