15.08.2018

Docmine

Dokumentarfilm rollt Schweizer Whistleblower-Affäre neu auf

20 Jahre nach der Einigung in der Krise um die nachrichtenlosen Vermögen ist die Debatte erneut lanciert: Das Kreativstudio hat eine transmediale Kampagne kreiert, bei der die Akteure von damals höchstpersönlich zu Wort kommen.

Das Zürcher Studio Docmine bringt 20 Jahre nach der «Affäre Meili» die Krise um die nachrichtenlosen Vermögen wieder ins Gespräch. Entstanden ist ein transmediales Konzept, das unter anderem einen Dokumentarfilm und eine Webstory enthält, schreibt das Kreativstudio in einer Mitteilung. Regisseur Daniel von Aarburg und Docmine sei es fast ausnahmslos gelungen, die wichtigsten Akteure der Affäre in der Schweiz und in den USA zu befragen und spannende Einblicke in das damalige Gezerre hinter den Kulissen zu gewähren.

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Film und Webstory

Whistleblower Christoph Meili und Ex-Sonderbotschafter Thomas Borer – diese beiden Kontrahenten stehen im Zentrum des Dokumentarfilms «Die Affäre Meili – Ein Whistleblower zwischen Moral und Milliarden» des Bündner Regisseurs Daniel von Aarburg. Die Dokumentation über die Aufarbeitung der Affäre rund um die nachrichtenlosen Vermögen ist ab Donnerstag im Kino zu sehen.

Unter www.meili-story.ch erklären verschiedene wichtige Akteure der damaligen Affäre wie US-Senator Alfonse D’Amato, Alt-Bundesrat Christoph Blocher, Historiker Jakob Tanner sowie Ex-Botschafter Thomas Borer ihre teils diametral entgegengesetzten Standpunkte. Der User entscheidet, welche Ansichten er teilt und erhält so sein eigenes Meinungsprofil.


«Als Dokumentarfilmer bin ich formatbedingt gezwungen, mich auf einzelne Statements zu konzentrieren. Durch diese Erweiterung der Erzählform wird der Zuschauer viel eher dazu befähigt, sich eine Meinung bilden zu können», so Regisseur von Aarburg.

Live-Debatte mit Politiker und Historiker

Für eine direkte Auseinandersetzung mit der Thematik veranstaltet Docmine zahlreiche Filmvorführungen mit den damaligen Akteuren. Von besonderem Interesse dürfte dabei das Streitgespräch zwischen Blocher und Tanner sein, vertreten doch beide sehr unterschiedliche Geschichtsbilder, schreibt Docmine in seiner Mitteilung. Roger Schawinski moderiert diese Veranstaltung am 21. August in Zürich, die als Livestream für alle Interessierten zugänglich ist.

Kampagne auf verschiedensten Kanälen

Zum Start des Dokumentarfilms verlegt Docmine die Neuflage des Buchs «Affäre Meili» von der ehemaligen «Blick»-Chefreporterin Patricia Diermeier Reichardt. Ausserdem hat Docmine die SRF-Radiosendung «Echo der Zeit» mit O-Tönen der Akteure beliefert, welche die Echo-Redaktion in eine dreiteilige Podcast-Serie integriert hat. Zusammen mit dem «Tages-Anzeiger» ist weiter ein Web-Special mit einer Chronologie über die Meili-Affäre entstanden. Schliesslich bietet Docmine ein umfassendes Social-Media-Angebot an. Unter dem Hashtag #meilistory wird mit Interviewsequenzen eine Debatte über die kontroverse Rolle der Schweiz und der Banken angeregt.

Das Projekt entstand in Koproduktion mit dem Schweizer Fernsehen und 3sat sowie mit der Unterstützung durch das Bundesamt für Kultur, der Zürcher Filmstiftung, den Kantonen Graubünden und Zug, dem Teleproduktions-Fonds und der Ernst Göhner Stiftung. (pd/as)



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