«Miriam Suter schaut dorthin, wo andere lieber wegschauen. Sie schreibt über Gewalt gegen Frauen, über gesellschaftliche Machtverhältnisse und über das Versagen von Institutionen», begründet die SP-Politikerin ihre Wahl in einer Mitteilung. Rosenwasser schreibt wie Suter unter anderem für die Republik. Der Preis wird am Montag im Hotel Greulich in Zürich zum 21. Mal verliehen.
Suter bezeichnet sich als «freie Journalistin für feministische und gesellschaftskritische Themen». Sie schreibt unter anderem für die Republik und Annabelle. Zusammen mit Natalia Widla verfasste sie die Bücher «Hast du Nein gesagt? Vom Umgang mit sexualisierter Gewalt» (2023) und «Niemals aus Liebe: Männergewalt an Frauen» (2024). Beide erschienen im Limmat Verlag. Darin kommen neben Betroffenen und Fachpersonen auch Männer zu Wort, die Gewalt ausgeübt haben. Zudem ist die 38-Jährige Co-Autorin von «Ich bin Sexarbeiterin» (2020). Mit der Slam-Poetin Lisa Christ produzierte sie den Podcast «Faust & Kupfer», 2026 lancierte sie den Podcast «Übrigens». Daneben bietet Suter Workshops zu sexualisierter Gewalt und Antifeminismus an.
«Ich verstehe ihn auch als Anerkennung für all jene Menschen, die uns ihre Geschichten anvertrauen und damit dazu beitragen, dass sich etwas verändert», lässt sich Suter zum Preis zitieren.
Mit der Themenwahl will die Stiftung laut eigenen Angaben «bewusst einen Akzent gegen den Zeitgeist setzen». Sie verweist auf den Abbau von Diversitätsprogrammen in Unternehmen. Zudem nennt sie den aktuellen «Global Gender Gap Report» des Weltwirtschaftsforums: Darin sei die Schweiz gegenüber dem Vorjahr um zehn Plätze auf Rang 27 von 145 Ländern zurückgefallen.
Die 2005 gegründete Stiftung ist Teil des Zürcher Hotel- und Gastroprojekts Greulich von Thomas B. Brunner. Laut Statut würdigt sie Leistungen im Schweizer Kulturjournalismus. Das Thema wechselt jährlich und wird vom Stiftungsrat bestimmt. Diesem gehören neben Brunner Simon Brunner (Präsident), Anna Cavigelli-Brunner und Folio-Chefredaktorin Aline Wanner an. In den Vorjahren gingen die Preise an Lara Stoll (Comedy, 2025) und Séverine Saas (Mode, 2024). (pd/cbe)

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