13.09.2018

Zurich Film Festival

Ein Filmmarathon während elf Tagen

Die 14. Ausgabe des Filmfestivals zeigt die grossen Herbstfilme des deutschsprachigen Europas. Ein grosser Teil der Filme dreht sich um Jugendliche und disfunktionale Familien. Eröffnet wird das Festival von Ueli Maurer.
Zurich Film Festival: Ein Filmmarathon während elf Tagen
Freuen sich auf die 14. Ausgabe des Zurich Film Festival: Die Co-Direktoren Nadja Schildknecht und Karl Spoerri. (Bild: zVg.)

Vom 27. September bis 7. Oktober steht Zürich zum 14. Mal im Zeichen des Films. Mit demselben Budget wie im Vorjahr, mit 7,3 Millionen Franken, setzt das Zurich Film Festival (ZFF) auf Qualität und Nachhaltigkeit – und sorgt für mehr Transparenz gegenüber dem Bundesamt für Kultur (BAK).

Zwist mit dem BAK beigelegt

Erst im vergangenen Frühjahr hatte das BAK bekanntgegeben, dem ZFF künftig aufgrund mangelhafter Einsicht in die Geschäftszahlen keine Subventionen mehr auszahlen zu wollen (persoenlich.com berichtete). Darauf reagierte das Festival umgehend mit strukturellen Veränderungen und mehr Transparenz.

Wie Nadja Schildknecht, die das Filmfestival zusammen mit Karl Spoerri leitet, an der Medienkonferenz vom Donnerstag bekanntgab, habe das BAK positiv auf die Bemühungen reagiert. Es sollte möglich sein, die Leistungsvereinbarungen «für die Jahre 2019 und 2020 auszuarbeiten und voraussichtlich per Ende 2018 zu finalisieren». Für die diesjährige Ausgabe haben die ZFF-Organisatoren, die mit rund 90'000 bis 100'000 Besuchenden rechnen, Verträge optimiert und zusätzliche Sponsoren gewonnen.

Programm widerspiegelt die Weltlage

Das ZFF will sich dieses Jahr noch stärker als Plattform für die Lancierung der grossen Herbstfilme im deutschsprachigen Europa präsentieren. Entsprechend vereint es in seinem Programm praktisch alle relevanten Titel der kommenden Award Season, darunter «A Star Is Born» mit Bradley Cooper und Lady Gaga. Die Neuverfilmung des gleichnamigen Klassikers um einen Country-Star und eine an sich zweifelnde Sängerin, feierte am diesjährigen Filmfestival in Venedig seine Weltpremiere.

Ein grosser Teil der programmierten Filme dreht sich um Jugendliche und disfunktionale Familien. Auch vieldiskutierte Themen wie Politik und Gesellschaft stehen im Mittelpunkt. «So sind Filme zur aktuellen Weltpolitik zwischen Russland und Amerika genauso auffallend häufig vertreten wie Werke über starke Frauen, die Emanzipation und den Umgang mit sexuellen Übergriffen nicht aus einer Opferhaltung heraus thematisieren», sagte Co-Direktor Spoerri.

Umfangreiches Rahmenprogramm

Zu erwähnen sind auch die Nebenreihen wie «Neue Welt Sicht» und «Border Lines» sowie die neuen Sektionen «ZFF Series» und «Hashtag». Letztere widmet sich mit acht Filmen dem Thema «Big Data» und zeigt damit, wie die Digitalisierung den Alltag und die Industrien verändert.

Wie immer wartet das Zurich Film Festival mit einem attraktiven Rahmenprogramm auf. Im Rahmen der ZFF Masters wird neben Regisseur und «A Tribute to...»-Award-Gewinner Wim Wenders oder dem für sein Lebenswerk geehrten Schauspieler Donald Sutherland auch der Künstler und Filmemacher Julian Schnabel erwartet. Apropos Auszeichnungen: Das ZFF vergibt dieses Jahr zum ersten Mal ein Goldenes Auge für die beste Serie.

162 Filme während 11 Tagen

Am 14. Zurich Film Festival, das am 27. September in Anwesenheit von Bundesrat Ueli Maurer startet, werden während elf Tagen die neusten Filme aus 48 Ländern gezeigt. Unter den 162 Produktionen sind 42 Erstlingswerke, 12 Weltpremieren, 16 Schweizer Filme und 2 Retrospektiven; diese Anzahl bewegt sich in einem ähnlichen Rahmen wie im vergangenen Jahr.

Als Eröffnungsfilm wird «Green Book» gezeigt. Hauptdarsteller Viggo Mortensen und Regisseur Peter Farrelly stellen den Streifen um Türsteher Tony Lip, der einen schwarzen Jazz-Musiker in den 1960er Jahren von New York in die Südstaaten chauffiert, in seiner Europapremiere persönlich vor.

Judi Dench und Johnny Depp in Zürich

Wie schon im Vorfeld der Pressekonferenz bekanntgegeben, werden ausserdem internationale Prominente wie die britische Schauspielerin Judi Dench oder Hollywoodstar und Musiker Johnny Depp über den Grünen Teppich schreiten. Mit Max Hubacher, der im Film «Der Läufer» die Hauptrolle spielt, Joel Basman («Wolkenbruch») oder Sabine Timoteo («Cronofobia», «Matti und Sami und die drei grössten Fehler des Universums») werden auch heimische Filmgrössen persönlich anreisen. (sda/as)



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