8,96 Millionen Zuschauer sahen am Sonntagabend "Ihr werdet gerichtet", den neusten "Tatort" aus Luzern. Der Krimi mit dem Ermittlerduo Reto Flückiger und Liz Ritschard (Stefan Gubser und Delia Mayer) handelt von Selbstjustiz, der Schweizer Strafprozessordnung und Dum-Dum-Geschossen.
Der Schweizer "Tatort" wird von den Kritikern sehr unterschiedlich bewertet. Bild.de spricht von einer der besten Tatort-Folgen aller Zeiten und schreibt: "Die neue Saison könnte nicht stärker starten!"

Anders sieht es der Kritiker von Spiegel Online. Die Komplexität der Charaktere sei so verquer erzählt, dass sich die Darsteller komplett darin verlieren. Ausserdem sei es eine Episode, in der "ein bisschen zu viel Verständnis für einen Heckenschützen mit Rachegelüsten gezeigt wird."
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" lobt das gekonnte Spiel mit dem Wissensvorsprung des Zuschauers und die "Süddeutsche Zeitung" fühlt sich an Kult-Regisseur Quentin Tarantino erinnert. derStandard.at findet das Thema der Strafjustiz zwar spannend, wünschte sich aber mehr Tiefgang. Für Zuseher ausserhalb der Schweiz sei die Reform der Strafprozessordnung nur schwer nachzuvollziehen.

Schweizer Medien haben den Krimi mit den Luzerner Kommissaren durchwegs positiv bewertet. "Endlich mal wieder richtig gut" sei die neuste Folge aus Luzern, findet "20 Minuten" und für die NZZ ist der Schweizer Tatort "ein Meisterstück". Der "Tages-Anzeiger" findet "Ihr werdet gerichtet" zwar einfach nur brutal, bilanziert aber: "Für Fans von mitleidtriefenden Traumatragödien, die im Spagat mit einem gehirnspritzenden Sniper-Splatter zusammengefügt werden, war an diesem Abend durchaus etwas mit dabei." (ruh)
Bilder: SRF

