Herr Schawinski, die erste Auflage Ihres Buches «Hallo Boomer, so geniesst du deine Bonusjahre» war bereits nach zehn Tagen ausverkauft. Was bedeutet das für Sie?
Das ist doch grossartig! Die zweite Auflage ist bereits im Druck. Ende Monat kann man das Buch wieder kaufen.
Sie haben mit Ihrem Buch einen Nerv getroffen.
Ganz offensichtlich. Als ich mein Buch über Narzissten schrieb, war der Erfolg geringer. Die Leute sagten: «Mich betrifft es ja nicht. Ich bin kein Narzisst.» Dasselbe erlebte ich bei meinem Buch über Verschwörungstheoretiker. Diesmal ist es anders. Jetzt betrifft es sehr viele Menschen sehr direkt. Die Resonanz ist gewaltig. Es ist offenbar das richtige Buch in der richtigen Tonalität zur richtigen Zeit. Longevity ist das kommende Megathema.
Sie wurden im vergangenen Jahr 80 Jahre alt. Wie reagieren Ihre Altersgenossen auf dieses Buch?
Hervorragend! Aufgrund meiner nun öffentlich bekannten täglichen 70 Liegestütze, die ich am Stück absolviere, werde ich überall angesprochen. Und viele machen sich jetzt daran, sich in diesem Bereich ebenfalls zu verbessern. Gleiches gilt für meine Tipps über die Schrittlänge. Das ist doch alles extrem erfreulich.
«Es gibt nicht eine wichtige Regel»
Wie und wo haben Sie für Ihr Buch recherchiert?
Überall. Viel gelesen. In meinem eigenen Erfahrungsfundus gestöbert. Und die neuesten wissenschaftlichen Daten aus den relevanten aktuellen Büchern zum Thema, aus der New York Times und via ChatGPT geholt.
Welches ist für Sie die wichtigste Regel, um eben diese Bonusjahre zu geniessen?
Es gibt nicht eine wichtige Regel. Es sind viele. Die allerwichtigste vielleicht: Disziplin, um sich an seine gewählten Regeln auch zu halten.
Bleiben Sie Ihren Grundsätzen immer treu?
Weitgehend. Ich kann ja nicht Dinge predigen, die ich nicht beachte. Als Person stehe ich direkt auch für die Inhalte im Buch.
Altern Medienleute anders als der Rest der Bevölkerung?
Heute trinken sie viel weniger Alkohol als ihre beruflichen Vorgänger. Das ist gut so.
Sie erwähnen in Ihrem Buch Thomas Gottschalk als suboptimales Beispiel für einen Abgang. Hat er sich bei Ihnen gemeldet?
Nein, ich glaube, er hat zurzeit Wichtigeres zu tun.
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19.01.2026 09:03 Uhr

