13.11.2011

Kurzfilmtage Winterthur

Flüchtlingsgeschichte gewinnt

Farid Bentoumi holt Hauptpreis mit Migrationsthema.

Farid Bentoumi gewinnt mit seinem Film "Brûleurs" den Hauptpreis der 15. Internationalen Kurzfilmtage Winterthur. Den Schweizer Preis vergibt die Jury an Fabio Friedli für seinen Animationsfilm "Bon Voyage". Beide Filme behandeln das Thema der Migration. Auch bei der 15. Ausgabe konnten die Kurzfilmtage ihre Zuschauerzahlen weiter steigern - mit 15'500 Besuchern verzeichnet das Festival einen neuen Rekord.

Der Hauptpreis der 15. Internationalen Kurzfilmtage Winterthur in der Höhe von 12'000 Franken vergibt die Jury an "Brûleurs" von Farid Bentoumi. Der Film erzählt von der Flucht fünf junger Algerier übers Mittelmeer in Richtung Europa. Dieser ebenso berührende wie humorvolle Film überzeugte die Jury im Besonderen durch seinen frischen Umgang mit einem ebenso aktuellen wie allgegenwärtigen Thema. Der Förderpreis für ein Regietalent, dotiert mit 10'000 Franken, geht an "Threesome" von Johannes Dullin. Die Jury bezeichnet den Film als eigentümliche visuelle Arbeit, die es schafft, Pornographie nachzubilden, ohne dabei selbst die Hosen zu verlieren. Der Filmemacher baut in amüsanter Weise eine Brücke zwischen Kunstfilm und Performance. Der Schweizer Preis in der Höhe von 8'000 Franken vergibt die Jury an Fabio Friedli für seinen Animationsfilm "Bon Voyage". Das Werk beschreibt in skizzenartigen Bildern die todbringende Reise dutzender Migranten in vermeintlich bessere Welt. In ihrer Begründung zeigt sich die Jury beeindruckt von der ebenso humorvollen wie unvoreingenommenen Annäherung an dieses komplexe Thema. Der Schweizer Kamerapreis in der Höhe von 8'000 Franken geht an Jean-François Vercasson für seinen Film "Le début de la fin".

Auch dieses Festival hatte einen Publikumsliebling. So geht der mit 10’000 Franken dotierte Publikumspreis in diesem Jahr an "Las Palmas" des Schweden Johannes Nyholm. Insgesamt wurden im diesjährigen Wettbewerb Preise im Gesamtwert von 48'000 Franken vergeben. Bereits am Donnerstag wurde der Preis für den besten Schweizer Schulfilm im Wert von 5’000 Franken verliehen. Dieser ging ebenfalls an Fabio Friedli für seinen Film "Bon voyage". Der ausserhalb des Wettbewerbs vergebene Shortrun-Preis für das vielversprechendste Drehbuch geht an Thaïs Odermatt für sein Projekt "Kurt und die Sesselbahn". Die Auszeichnung beinhaltet Postproduktions-Sachleistungen in der Höhe von 12'000 Franken.

Mit der diesjährigen Ausgabe konnten die Kurzfilmtage Winterthur ein weiteres Mal zeigen, dass sich auch mit einem anspruchsvollen Programm ein breites Publikum ansprechen lässt. 15’500 Filmbegeisterte besuchten das Festival - ein deutlicher neuer Zuschauerrekord! Besonders erfreulich war der grosse Erfolg des Programmschwerpunktes Afrika. Die Anwesenheit einer Rekordzahl an Filmemachern und Branchenvertretern sowie das sehr positive Feedback zu den verschiedenen Vermittlungsangeboten zeigt, dass den Kurzfilmtagen auch als Branchenplattform eine immer zentralere Bedeutung zukommt. (pd)


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