Es war ein besonderes Geschenk, das sich «persönlich»-Verleger Matthias Ackeret am Sonntag zu seinem Geburtstag gemacht hatte. 20 Jahre nach Erscheinen des Kultbuches «Die ganze Welt ist Ballermann – Karten an Martin Walser» kam es erneut zu einer Lesung (persoenlich.com berichtete). Ins Kulturhaus Kosmos in Zürich kamen am Sonntagabend über 100 Gäste, darunter der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr und unzählige bekannte Journalistengesichter.
Rückblende: Ackeret, damals noch Videojournalist bei TeleZüri, und sein Freund, der deutsche Reisebuchverleger und wetter.com-Gründer Manfred Klemann, unternahmen 1996 eine Weltreise. Nur 23 Tage hatten sie Zeit dafür. «Mehr Ferien gab es bei TeleZüri nicht», so Ackeret. Ob aus Kapstadt, Hongkong oder Sydney, von jeder Station schrieben sie dem deutschen Schriftsteller Martin Walser eine Postkarte – mit Texten wie: «Lieber Martin, vielen Dank, dass du uns Südafrika empfohlen hast. Es ist so, wie du es beschreiben würdest.» Zu diesem Zeitpunkt kannten sie sich noch nicht persönlich. Später entstand aus der Weltreise das «Ballermann»-Buch, und zwischen Ackeret, Klemann und Walser eine literarische Freundschaft.
20 Jahre zurückgespult – und eine Weltpremiere
Walser würdigte am Sonntagabend diese Freundschaft als eine ganz besondere. «Ich habe nicht viele Freunde. Und es werden ja auch immer weniger», sagte er im Kosmos. Ackeret stellte ihm auf der Bühne eine Frage, die er ihm in all den Jahren noch nie gestellt hatte. Ob er, Walser, überhaupt je in Südafrika gewesen sei? Walser verneinte. Es folgte – quasi als «Vorgruppe» – eine Lesung aus dem «Ballermann»-Buch. Ackeret und Klemann gaben nochmals die wichtigsten Passagen zum Besten, gespickt mit so vielen Pointen, dass dieses Warm-up schliesslich länger als die angekündigte halbe Stunde dauerte.
Anschliessend trat der 91-jährige Walser ans Rednerpult – und tat, was er noch nie gemacht hatte. Als «Weltpremiere» kündigte Ackeret diese Lesung an. Der deutsche Autor las aus allen seinen Büchern vor, in denen es Bezüge zur Schweiz gab. Die Gäste hörten fast schon ehrfürchtig zu.
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«persönlich»-Verleger Matthias Ackeret begrüsste die Gäste.
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Autor Martin Walser und Matthias Ackeret im Gespräch.
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Martin Walser in Höchstform.
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Blickten 20 Jahre zurück (v.l.): Manfred Klemann, Martin Walser und Matthias Ackeret.
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Matthias Ackeret liest aus «Ballermann».
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Das Kosmos war gut gefüllt.
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Matthias Ackeret liest aus «Ballermann».
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Manfred Klemann liest aus «Ballermann».
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Martin Walser liest aus seinen Büchern.
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Martin Walser liest aus seinen Büchern.
Das «Ballermann»-Buch ist eigentlich vergriffen. «Wer es ergattert, wird beglückt», schrieb am Samstag die «Neue Zürcher Zeitung». Am Sonntag wurden die Gäste mit den vermutlich letzten Exemplaren beschenkt. Das Glück war dann gleich dreifach: Sowohl Ackeret, Klemann wie auch Walser signierten das Buch.


