Kerstin Hasse will mit «Hasse mit Liebe» eine Lücke in der Schweizer Medienlandschaft füllen. Der neue Podcast richtet sich an eine junge, urbane und mehrheitlich weibliche Zielgruppe und wird alle zwei Wochen ausgestrahlt.
Hasse war zuvor als Chefredaktorin Digital bei Tamedia tätig und später Mitglied der Chefredaktion des Tages-Anzeigers, bevor sie das Unternehmen im November 2024 verliess (persoenlich.com berichtete).
«Ich trage die Idee, einen Ort zu schaffen, an dem ich mich mit meiner Community austauschen kann, schon lange mit mir herum», wird Hasse in einer Mitteilung zitiert. «Gleichzeitig beobachte ich, wie vor allem in den USA immer mehr Content-Creator-Journalist:innen den Markt aufmischen. Das ist ein Trend, den ich extrem spannend finde. Ich bin davon überzeugt, dass wir im Journalismus neue Wege finden müssen, um unser Publikum zu erreichen. Genau das möchte ich mit diesem Produkt tun.»
Verschwundene Frauenstimmen als Motivation
Hasses Projekt erfolgt vor dem Hintergrund der Einstellung des Podcasts «Tages-Anzeigerin» im März 2025, den sie mitmoderierte. Hasse bedauerte damals, dass «wieder ein Format, das Frauen in den Vordergrund stellt, verschwindet» und «wieder Frauenstimmen hinter dem Mikrofon verstummen».
Auch SRF-Formate wie «We, Myself & Why» oder «Zivadiliring» verschwanden aus dem Programm, so Hasse auf Anfrage von persoenlich.com. Dazu würden das abgesetzte Magazin Style sowie der Personalabbau beim Bolero und bei der Annabelle kommen.
Premiere behandelt Sexualität und Stereotype
In der Auftaktfolge behandelt Hasse das Thema «erste Male» und diskutiert dabei gesellschaftliche Konstrukte rund um Jungfräulichkeit. Sie analysiert die Darstellung von Sexualität in der Popkultur und kritisiert stereotype Rollenbilder. Das Format umfasst verschiedene Rubriken wie «Hasse dies und liebe das», Empfehlungen und eine «Frage der Woche», bei der das Publikum via Voice Messages Fragen einreichen kann.
Produziert wird der Podcast in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Podcast-Studio Ellie Media. Manchmal wird Hasse alleine vor dem Mikrofon sitzen, manchmal werden Expertinnen und Gäste im Studio zu Besuch sein. Ergänzend zum Podcast erscheint ein Newsletter mit Beobachtungen, Tipps und Empfehlungen der Journalistin.
Das Format ist sowohl auf gängigen Podcast-Plattformen wie Spotify und Apple Podcasts als auch als Video-Podcast auf YouTube verfügbar. (pd/cbe)