Der Podcast «Tages-Anzeigerin» wird eingestellt. Auf Spotify und Apple Podcast erschien die kurze Mitteilung: «Den Podcast ‹Tages-Anzeigerin› wird es in dieser Form nicht mehr geben und findet hiermit ein Ende. Danke für die vielen Fragen, Inputs, fürs Zuhören, fürs Teilnehmen an den Liveveranstaltungen und fürs immer wieder zum Nachdenken anzuregen.» In einem einminütigen Abschlusspodcast verabschiedeten sich die Hosts Annik Hosmann und Annick Senn von ihrem Publikum.
Die letzte reguläre Folge wurde am 20. Dezember 2024 veröffentlicht, wobei die Hosts damals lediglich eine «Pause» ankündigten. Die Einstellung erfolgte offenbar nicht auf Initiative der Moderatorinnen selbst, wie eine Instagram-Story der ehemaligen Co-Moderatorin Kerstin Hasse nahelegt. Hasse, deren Weggang von Tamedia im November 2024 bekannt gegeben wurde und die zuvor Mitglied der Tamedia-Chefredaktion war, äusserte in einer Story vom Freitag deutliche Enttäuschung über die Beendigung des Formats.
«Die Downloadzahlen stiegen kontinuierlich, die Liveshows waren ein Erfolg und unsere Community war unglaublich engagiert und loyal», schrieb Hasse. Besonders bedauerlich findet sie, dass «wieder ein Format, das Frauen in den Vordergrund stellt, verschwindet» und «wieder Frauenstimmen hinter dem Mikrofon verstummen».
Auf Anfrage erklärt Tamedia: «Die ‹Tages-Anzeigerin› hatte aus diversen Gründen – die nicht vordergründig im Produkt liegen – nicht den Erfolg, den wir uns erhofft haben.» Das Medienhaus will sich künftig auf andere Podcastformate wie «Apropos», «Politbüro», «Unter Verdacht» und «Alles klar, Amerika?» konzentrieren. Dennoch versichert Tamedia: «Frauen sind eine wichtige Zielgruppe für den Tages-Anzeiger, und wir werden weiterhin daran arbeiten, ihre Perspektiven und Themen gut abzubilden – auch in neuen medialen Formen.» Die Idee eines Podcasts, der diese Inhalte im Stil des Tages-Anzeigers hörbar macht, bleibe auch für die Zukunft ein Thema.
Die «Tages-Anzeigerin» war gemäss Hasse ein innovatives Format, das ursprünglich von einem vierköpfigen Team konzipiert und später weiterentwickelt wurde. Der Podcast richtete sich gezielt an Frauen zwischen 25 und 55 Jahren – eine Zielgruppe, die laut Hasse «viele Medienhäuser so dringend umwerben wollen».

