27.02.2013

Strauss-Kahn

Klagt erfolgreich gegen Ex-Liebhaberin und Verlag

Beide müssen zusammen 50'000 Euro Schadenersatz zahlen.

Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat im juristischen Kampf gegen das Buch einer ehemaligen Liebhaberin einen Teilerfolg errungen. Der Erzählung von Marcela Iacub muss ein Hinweis auf Verstösse gegen das Persönlichkeitsrecht beigefügt werden. Dies entschied ein Gericht am Dienstagabend. Zudem sollen Autorin und Verlag zusammen 50'000 Euro Schadensersatz zahlen. Ein Verkaufsverbot wurde allerdings nicht angeordnet.
 
In dem Buch "Belle et Bête" (je nach Lesart "Schöne und Biest" oder "Schön und Dumm") hat die Autorin nach eigenen Angaben eine mehrmonatige Beziehung zu Strauss-Kahn verarbeitet. Dabei beschreibt sie den früheren Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) als vulgäres Mischwesen aus Mensch und Schwein. Das Werk Iacubs sei "verabscheuungswürdig und erlogen", sagte Strauss-Kahn vor Gericht. Der Autorin ginge es allein um finanziellen Profit. Offensichtlich habe sie sich keinerlei Gedanken gemacht, was dieses Buch für sein Leben, das seiner Familie und seiner Kinder bedeuten könne.
 
Die von Strauss-Kahn nicht dementierte Affäre soll laut der 1964 in Argentinien geborenen Iacub von Januar bis August 2012 gedauert haben. Der Franzose hatte damals noch mit Vergewaltigungsvorwürfen einer New Yorker Hotelangestelltn zu kämpfen. Diese Affäre wurde erst Ende 2012 mit einer aussergerichtlichen Einigung beigelegt.
 
Auch "Nouvel Observateur" verurteilt
Ein Anklageverfahren wegen der Teilnahme an illegalen Sex-Partys läuft noch. Strauss-Kahn sei ein Schwein, ihrer Meinung nach jedoch kein Vergewaltiger und nicht einmal böse, meinte die Autorin in einem Interview des "Nouvel Observateur" zu den Vorwürfen. Das Nachrichtenmagazin wurde am Dienstagabend ebenfalls in dem Fall verurteilt. Es soll Schadensersatz in Höhe von 25'000 Euro zahlen und auf einer der nächsten Titelseiten eine halbseitige Erklärung zum Verstoss gegen das Persönlichkeitsrecht drucken.
 
Der "Nouvel Observateur" hatte in der Vorwoche neben dem Interview mit Iacub Passagen aus dem Buch veröffentlicht. "Das ist zweifelsohne ein exzellenter Entscheid für Dominique Strauss-Kahn und darüber hinaus (...) für den Schutz der Privatsphäre", kommentierte ein Anwalt des Franzosen am Dienstagdas Urteil.
(sda)


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