15.03.2022

BFS

Leichte Erholung in der Kinobranche

2021 wurden an allen Kinokassen rund 5,4 Millionen Eintrittskarten verkauft – 2020 waren es 4,3 Millionen. Doch im Vergleich zum Vorpandemiejahr 2019 ist der Rückstand mit einem Minus von 57 Prozent nach wie vor riesig.
BFS: Leichte Erholung in der Kinobranche
Die Einnahmen der Kinos 2021 sind im Vergleich zu 2020 leicht gestiegen: von 67 auf 85,2 Millionen Franken. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Die Corona-Pandemie beutelt die Kinobranche schwer. Doch im Vergleich zum ersten Pandemie-Jahr 2020 zeigt sich für 2021 eine leichte Erholung. Das ergeben die Zahlen zur Film- und Kinostatistik, die das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag vorgelegt hat.

So wurden 2021 an allen Kinokassen zusammengenommen rund 5,4 Millionen Eintrittskarten verkauft; im ersten Pandemie-Jahr waren es 4,3 Millionen. Doch im Vergleich zu 2019, dem Jahr unmittelbar vor der Pandemie, ist der Rückstand mit einem Minus von 57 Prozent nach wie vor riesig – damals wurden noch 12,5 Millionen Kinobilletts verkauft. Dieses Bild ist ähnlich in allen drei Sprachregionen der Schweiz.

Konzentration auf Multiplexe geht weiter

Entsprechend sind die Einnahmen der Kinos 2021 im Vergleich zu 2020 leicht gestiegen von 67 Millionen auf 85,2 Millionen Franken. Aber 2019 haben die Kinos in der Schweiz noch 193,3 Millionen Franken (nicht inflationsbereinigt) eingenommen.

Bei der Anzahl der Kinos wie der Kinosäle zeigt sich dieser Einbruch indes nur bedingt. So gab es zwar 2021 mit insgesamt 257 Kinos in der Schweiz zwölf weniger als noch 2019. Aber die Anzahl der Kinosäle ist mit 603 im Jahr 2021 verglichen mit zwei Jahren vorher sogar leicht gestiegen (2019: 605). In der Kinobranche ist also die Konzentration auf Multiplexe weiter gegangen. Oder anders ausgedrückt: Weniger Kinos bedeuten kein Leinwandsterben.

Insgesamt 2255 Filme wurden 2021 in der Schweiz vorgeführt. Davon stammten 13 Prozent (292) aus der Schweiz, weitere 48 Prozent (1093) aus Europa und 26 Prozent (591) aus den USA. Das ist die
Angebotsseite. Ganz anders sieht es indes bei der Nachfrage aus: Dort schwingen US-amerikanische Filme mit Abstand obenaus, mit 72 Prozent aller Eintritte. Weitere 22 Prozent aller Eintritte entfielen auf europäische Produktionen und weniger als zehn Prozent auf schweizerische.

Viel weniger amerikanische Filme

Eine markante Auswirkung hatte die Pandemie auch auf die Kinostarts neuer Filme. Im zweiten Pandemie-Jahr kamen insgesamt 377 neue Filme in die Kinos, 2020 waren es 283 und in den Jahren vor Corona jedes Jahr rund 500. Dabei war der Rückgang bei den US-Produktionen besonders hoch: 2021 starteten im Vergleich zu 2019 ein Drittel weniger US-Filme. Hingegen erreichte die Anzahl neuer Schweizer Filme, 70 im Jahr 2021, wieder das Niveau von vor der Pandemie.

Bei den neuen Filmen machten 2021 europäische Produktionen mit 51 Prozent den grössten Anteil aus, gefolgt von US-Filmen mit 23 Prozent und Schweizer Filmen mit 19 Prozent. Diese Anteile haben
sich mit der Pandemie nicht grundlegend verändert.

Interessant ist diese Aufteilung aber vor dem Hintergrund, dass Erstaufführungen die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer anlocken. Vor der Pandemie wurden 85 Prozent aller Kinobillette für einen neuen Film verkauft. 2020 sank dieser Anteil auf ein Rekordtief von (immer noch sehr hohen) 74 Prozent. Und 2021 kletterte der Anteil neuer Filme bei allen Kinoeintritten auf  überdurchschnittliche 95 Prozent. (sda/tim)



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