11.02.2019

SRF Dok

Licht und Schatten im Leben einer TV-Pionierin

Am 21. Februar würde Heidi Abel ihren 90. Geburtstag feiern. Der Film von Felice Zenoni gedenkt der verstorbenen «First Lady» des Schweizer Fernsehens und thematisiert dabei auch ihre dunklen Seiten.
SRF Dok: Licht und Schatten im Leben einer TV-Pionierin
Eine Aufnahme von Heidi Abel aus den 1960er-Jahren. 1954 war sie 25-jährig als Ansagerin zum Schweizer Fernsehen gestossen. (Bilder: SRF/Eric Bachmann)

Der frische, unverwechselbare Moderationsstil der TV-Pionierin Heidi Abel ist Kult. Doch hinter dem perfekten Auftritt vor der Kamera verbirgt sich eine Frau voller Zweifel und Ängste. Ihr Tod am 23. Dezember 1986 löste eine kollektive Trauer aus. Ihre engsten Freundinnen, ihr langjähriger Lebenspartner und ehemalige Berufskollegen wie Kurt Aeschbacher erinnern sich an die charismatische TV-Frau. Neu aufgetauchtes Filmmaterial, in dem Abel selbst zu Wort kommt, erlaube einen ungeschminkten Blick auf ihr Innenleben, schreibt SRF in einer Mitteilung.

Bei den ersten Gehversuchen dabei

Das Schweizer Fernsehen war erst ein paar Monate auf Sendung, als am 1. Januar 1954 Abel zu einer Handvoll TV-Pioniere im Zürcher Bellerive Studio stiess. Als Ansagerin führte die 25-jährige Baslerin durchs Programm. Mit ihrem Charme und einem Herz für Mensch und Tier habe sie das rasch wachsende Publikum erobert, heisst es weiter.

1968 überschritt die Zahl der Fernsehkonzessionäre die Millionengrenze. Mit zunehmender Popularität stieg auch die Vereinnahmung durch das Publikum. «Das Publikum frisst mich regelrecht auf», klagte die Fernsehschaffende. Ihr hoher professioneller Anspruch und ihr Bestreben stets für das Publikum da zu sein, verhinderten ein normales Privatleben und zeigten schmerzhaft die Kehrseite des Traumberufes.

Augenmerk auf Schattenseite

Auf diese weitgehend unbekannte Seite des TV-Stars fokussiert der Filmautor Felice Zenoni. Wie viele seiner Generation ist er mit Abels «Kinderstunde» oder der «Karussell»-Rubrik «Heidi Abel sucht Plätze für Tiere» in den 1970er- und 1980er-Jahren aufgewachsen. Zenoni nimmt das Publikum mit auf eine Zeitreise, die zu den Anfängen des Mediums führt.

Der plötzliche Krebstod von Abel im Alter von 57 Jahren war ein Schock für die ganze Schweiz. An ihrem Todestag verstummte der Sender für eine Minute als Zeichen der kollektiven Trauer – bis heute ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Schweizer Fernsehens.

Der «Dok»-Film wird am 90. Geburtstag von Heidi Abel ausgestrahlt: Am Donnerstag, 21. Februar 2019, um 20.05 Uhr auf SRF 1. (pd/as)



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Kommentare

  • Andi Saurer, 12.02.2019 01:56 Uhr
    Warum sich Kurt Aeschbacher in diesem Dok-Film äussern muss, ist ein Rätsel! Aeschbacher war erst rund 6 Jahre beim Schweizer Fernsehen, als Heidi Abel (leider!) starb. Davor war Heidi schon rund 30 Jahre fürs Schweizer Fernsehen tätig. Heidi Abel war es auch, die wirklich die tollsten Sendungen beim Schweizer Fernsehen erfunden hatte: Musik & Gäste, und vor allem: Karambuli! Dieses Konzept hatte dann Aeschbacher mit Casa Nostra etc. übernommen. Aber Heidi Abel hatte diese Art von Sendung als erste moderiert, sie hat dieses Konzept erfunden. Und was man so munkelt, wurde Heidi leider auch gemobbt, von ihren Konkurrenten.... Heidi Abel war wohl die grösste Persönlichkeit, die das Schweizer Fernsehen je hervor gebracht hatte. Ich freue mich auf die DOK-Sendung! Heidi wird man nie vergessen!

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