13.06.2026

First Swiss Rockstar

«Plötzlich produziere ich Social-Media-Inhalte»

Rob Holub hat seinen Film «First Swiss Rockstar» alleine gestemmt – als Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor, Produzent und Komponist. Fast zehn Jahre arbeitete der Schweizer Musiker an dem Projekt, das am 18. Juni in die Kinos kommt. Ein Gespräch über Social Media, Durchhaltewillen – und den Preis des Erfolgs.
First Swiss Rockstar: «Plötzlich produziere ich Social-Media-Inhalte»
«Heute fühle ich mich manchmal wie eine Marketingagentur ohne Budget.», so Rob Holub. (Bild: Torsten Lippstock)

Herr Holub, Ihr Film «First Swiss Rockstar», in dem Sie die Hauptrolle spielen, gleichzeitig aber auch die Regie führen, das Drehbuch geschrieben haben und für die Produktion verantwortlich sind, feiert am 18. Juni Schweizer Premiere. Wie geht das alles?
Irgendwie musste es funktionieren, denn die Alternative wäre gewesen, den Film gar nicht zu machen. Nachdem ich kein Produktionshaus fand, das das Projekt realisieren wollte, musste ich zwangsläufig die Rolle des Produzenten übernehmen. Und mich selbst zu spielen, dafür war ich dann tatsächlich die naheliegendste Besetzung. So kam am Ende vieles zusammen. Die vielen Rollen gleichzeitig auszufüllen, war eine grosse Herausforderung. Am liebsten hätte ich mich ausschliesslich auf die kreativen Aufgaben konzentriert. Hinzu kam der Soundtrack des Films: Diesen habe ich in Zusammenarbeit mit den Produzenten Tom Fuller (UK) und Stee Gfeller (Zibbz, Schweiz) komponiert, eingespielt und eingesungen. Und heute, kurz vor Kinostart, fühle ich mich manchmal wie eine Marketingagentur ohne Budget. Plötzlich produziere ich Social-Media-Inhalte und versuche, Aufmerksamkeit für den Film zu generieren. Offenbar gehört das inzwischen genauso zum Filmemachen wie das eigentliche Drehen. Ob man will oder nicht.

Wovon handelt Ihr Film?
An der Oberfläche erzählt der Film die Geschichte eines unbekannten Schweizer Musikers, der 100'000 Social-Media-Follower braucht, um einen Plattenvertrag zu erhalten. Auf diesem Weg lässt er sich – beziehungsweise lasse ich mich – von einem Kamerateam begleiten, das meinen Versuch dokumentiert, endlich den Durchbruch zu schaffen. Auf einer tieferen Ebene stellt der Film die Frage, welchem Erfolg wir eigentlich hinterherjagen und welchen Preis wir bereit sind, dafür zu bezahlen.

Wieviel davon sind eigene Erfahrungen?
Das Projekt ist stark von meinen eigenen Erfahrungen als Musiker inspiriert. Zwischen 2007 und 2010 lebte ich in New York und verfolgte dort meinen Traum von einer Musikkarriere. Damals befand sich die Branche noch in einer völlig anderen Zeit. Dann kam Social Media, und die Spielregeln wurden neu geschrieben. Der Film arbeitet zudem mit Archivmaterial aus verschiedenen Lebensphasen von mir und lässt Realität und Fiktion bewusst miteinander verschmelzen.

Mit Chris von Rohr und einigen Influencern haben Sie doch eine bemerkenswerte Besetzung. War es schwierig, diese von Ihrem Projekt zu überzeugen?
Sagen wir es so: Ihre Mitwirkung war alles andere als selbstverständlich. Insbesondere bei Chris von Rohr brauchte es zunächst etwas Überzeugungsarbeit. Umso grösser war meine Freude, als irgendwann der Handschlag und das entscheidende «Okay, ich mache mit» folgten. Auch wenn er und Steve Merson im Film nur Nebenrollen einnehmen, sind sie für die Geschichte von zentraler Bedeutung. Chris von Rohr verkörpert als einer der ersten Schweizer Rockstars eine Ära, in der Social Media noch keine Rolle spielte. Influencer Steve Merson hingegen repräsentiert eine neue Generation von Persönlichkeiten, die ihre Bekanntheit massgeblich über soziale Medien aufgebaut haben.

Was war für Sie die grösste Herausforderung bei diesem Projekt?
Es gab viele Herausforderungen, aber die grösste war ohne Zweifel die Finanzierung. Da der Film nicht vom Bundesamt für Kultur (BAK) gefördert ist, fielen gleichzeitig zahlreiche weitere Fördermöglichkeiten weg. Dadurch wurde die Finanzierung zeitweise zu einer beinahe unlösbaren Aufgabe. Das ist auch einer der Hauptgründe, weshalb sich die Realisierung des Films über viele Jahre hingezogen hat. Gleichzeitig entstand das Projekt neben meinen beruflichen Engagements, gewissermassen in meiner Freizeit. Was anfangs wie ein ambitioniertes Filmprojekt wirkte, entwickelte sich zu einem Langstreckenlauf, der vor allem eines erforderte: Ausdauer. Vom ersten Impuls bis zur fertigen Kinofassung vergingen fast zehn Jahre.

Wie gross waren die Produktionskosten?
Das hängt davon ab, wie man die Kosten berechnet. Die effektiven Produktionskosten liegen bei etwas über einer halben Million Franken. Berücksichtigt man jedoch unter anderem auch die ganze Arbeit, die ich über die Jahre hinweg in meinen verschiedenen Funktionen investiert habe, liegt der Gesamtaufwand eher bei rund 800'000 Franken.

Wo kann man Ihren Film sehen?
Der offizielle Kinostart von «First Swiss Rockstar» ist am 18. Juni 2026. Bereits davor veranstalten wir gemeinsam mit den Kinokoni-Kinos exklusive Vorpremieren in Anwesenheit von Cast & Crew: am 16. Juni in Zürich, am 17. Juni in Basel und am 19. Juni in Olten. Für diese Veranstaltungen sind aktuell noch Tickets verfügbar, die über die Website von Kinokoni reserviert werden können. Darüber hinaus wird der Film bereits in weiteren Kinos gezeigt, darunter das Kino Sterk in Baden sowie die Kiwi Kinos in Winterthur und Schaffhausen. Ich hoffe natürlich, dass in den kommenden Wochen noch weitere Spielorte dazukommen. Ab dem 1. September wird «First Swiss Rockstar» zudem auf der Streaming-Plattform OnePlus von CH Media verfügbar sein.


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen
persönlich Exemplar
Neues Heft ist da
Die neue «persönlich»-Ausgabe ist da - jetzt Probe-Exemplar bestellen.