08.08.2019

Filmförderung

Schweiz setzt auf internationale Koproduktionen

Längerfristig hoffe die Schweiz auf eine erneute Teilnahme am EU-Media-Programm zur Filmförderung, wie Bundesrat Alain Berset sagt.
Filmförderung: Schweiz setzt auf internationale Koproduktionen
Bundesrat Alain Berset an einer Pressekonferenz am Locarno Film Festival. (Bild: Keystone/Ti-Press/Elia Bianchi)

Internationale Koproduktionen sollen den Vertrieb von Schweizer Filmen im Ausland erleichtern und zur Sichtbarkeit des hiesigen Filmschaffens beitragen. Längerfristig hofft die Schweiz auf eine erneute Teilnahme am EU-Media-Programm zur Filmförderung. «Ohne internationale Zusammenarbeit ist das Filmschaffen kaum vorstellbar», sagte Bundesrat Alain Berset am Donnerstag vor den Medien in Locarno.

Der Wegfall des EU-Media-Programms sei für die Schweiz «ein Problem». Gegenwärtig liefen die Gespräche für eine Wiederaufnahme. Für eine erneute Teilnahme am Filmförderungsprogramm der Europäischen Union ab 2021 brauche es aber nebst einem neuen Verhandlungsmandat auch einen «Partner, der mit uns verhandelt».

Die Teilnahme der Schweiz am EU-Media-Abkommen ist seit der Annahme der Masseinwanderungsinitiative 2014 sistiert. Der Bundesrat verstärkte in der Folge eigene Förderinstrumente. Zudem schloss die Schweiz mit mehreren Ländern innerhalb und ausserhalb Europas bi- und trilaterale Koproduktionsabkommen ab – so mit Deutschland/Österreich, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg, Kanada und Mexiko.

Im weiteren unterzeichnete die Schweiz das revidierte Koproduktionsabkommen des Europarates, das seit August wirksam ist. Es legt die Bedingungen fest, die erfüllt sein müssen, damit Filmproduktionen wie nationale Filme behandelt werden und von Vorteilen bei der Auswertung profitieren.

25 Koproduktionen im Jahr 2018

2018 wurden rund 25 Filme mit anderen Ländern zusammen produziert – darunter zum Beispiel «Papa Moll» oder «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse». Laut Berset gehört die Schweiz zu den europäischen Ländern mit dem höchsten Anteil an Koproduktionen. Als Land mit verschiedenen Sprach- und Kulturgebieten sei das Filmland Schweiz darauf angewiesen, betonte der Kulturminister.

Im Weiteren verzeichnete die Filmstandortförderung (FISS) 2018 eine leichte Zunahme der minoritären Koproduktionen mit Dreharbeiten in der Schweiz. Die Einführung eines neuen Beurteilungssystems in der Filmförderung soll Koproduktionen begünstigen. (sda/wid)



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