12.09.2019

Zurich Film Festival

So viele Filme von Regisseurinnen wie nie

Ab dem 26. September steht Zürich zum 15. Mal im Zeichen des Films – diesmal mit grünen Themen.
Zurich Film Festival: So viele Filme von Regisseurinnen wie nie
Das 15. Zurich Film Festival findet vom 26. September bis 6. Oktober statt. (Bild: Keystone/Manuel Lopez)

Am 26. September startet die 15. Ausgabe des Zurich Film Festival (ZFF) – mit einem grösseren Budget als im Vorjahr (7,8 Millionen Franken/2018: 7,3 Millionen), mehr Filmen von Frauen denn je, der Umwelt und der Wahrheitssuche als grosse Themen, zahlreichen Promis und einem grossen Schweizer Film.

Die Weltpremiere von «Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes» ist am diesjährigen ZFF in mehrfacher Hinsicht gewichtig. Der Film um den verschollenen Basler Urwaldschützer Bruno Manser wurde für sechs Millionen Franken von dem Freiburger Regisseur Niklaus Hilber («Amateur Teens») realisiert. Hauptdarsteller ist der mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnete Jungschauspieler Sven Schelker, und das Thema ist eines der zentralen der 15. Festivalausgabe: die Umwelt.

Auch der Dokumentarfilm «Sanctuary» von und mit dem spanischen Schauspieler und Produzenten Javier Bardem sowie «Watson» über den Greenpeace-Gründer Paul Watson bewegen sich in diesem Bereich. Viele dieser Werke seien schon lange vor den Klimademonstrationen entstanden, sagte der künstlerische Leiter des ZFF, Karl Spörri, am Donnerstag an der Medienkonferenz in Zürich. «Sie beweisen einmal mehr, dass die Kunst ein Seismograf unserer Zeit ist und Themen, die den Leuten unter den Nägeln brennen, oft antizipiert.»

Auch die Wahrheitssuche wird ein grosses Thema sein. Darunter laufen etwa die Filme «The Report» von Scott Z. Burns oder «Official Secrets» von Gavin Hood, die von Whistleblowern erzählen.

Cate Blanchett besucht das ZFF

Besonders stolz sind Karl Spoerri und Co-Direktorin Nadia Schildknecht auf den «Frauenrekord». Der Anteil programmierter Filme von Regisseurinnen habe gegenüber dem Vorjahr 39 Prozent zugenommen und sei mit 55 Filmen so hoch wie nie zuvor am ZFF.

Entsprechend stark werden die Frauen auch den Grünen Teppich frequentieren. Die französisch-amerikanische Schauspielerin Julie Delpy etwa, laut Nadia Schildknecht «ein Vorbild für die Frauen in der Filmbranche», wird einen der ZFF-Masters halten. US-Schauspielerin Kristen Stewart reist an, um über ihre Karriere zu sprechen und ihren neusten Film «Seberg» vorzustellen, und die australische Schauspielerin und zweifache Oscarpreisträgerin Cate Blanchett wird mit dem Golden Icon Award ausgezeichnet.

Wie schon im Vorfeld der Pressekonferenz bekanntgegeben, werden ausserdem berühmte Filmschaffende wie der deutsche Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Roland Emmerich über den Grünen Teppich schreiten. Er wird in Zürich seinen neuen Film «Midway» vorstellen und den «A Tribute to … Award» entgegennehmen. Auch der diesjährige Jury-Präsident, US-Regisseur Oliver Stone, wird zugegen sein und sich zumindest im Rahmen der ZFF-Masters zeigen.

Zu den weiteren Promis auf dem Grünen Teppich gehören die deutschen Schauspieler Tom Schilling und Daniel Brühl, Hollywood-Urgestein Donald Sutherland und der britische Formel-1-Rennfahrer Lewis Hamilton. Letzterer reist für eine Autogrammstunde ans Filmfestival.

Weniger Schweizer Filme

Insgesamt zeigt das ZFF 171 Filme aus 58 Ländern, neun Titel mehr als im letzten Jahr. Mit zehn Streifen (16 im Vorjahr), davon mehr als die Hälfte Co-Produktionen, nimmt das heimische Filmschaffen dieses Jahr nicht allzu viel Platz ein. Beteiligt ist die Schweiz an «Divino Amor» von Gabriel Mascaro. Die Geschichte um eine gläubige Frau, die durch ihre Kinderlosigkeit nicht dem brasilianischen Familienideal entspricht, startet im Internationalen Spielfilmwettbewerb.

Die schweizerisch-mexikanische Co-Produktion «Silence Radio» von Juliana Fanjul über die unbestechliche mexikanische Journalistin und Nachrichtensprecherin Carmen Aristegui, geht ins Rennen um das Goldene Auge in der Kategorie Internationaler Dokumentarfilm. Die beiden Schweizer Produktionen «I'll be your mirror» (Johanna Faust) und «Volunteer» (Anna Thommen, Lorenz Nufer) starten in der Wettbewerbskategorie Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich.

Neben dem Eröffnungsfilm «Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes» werden elf weitere Weltpremieren, fünf Europapremieren und 67 Schweizer Premieren gezeigt. Ausserdem weist das Programm 44 Erstlingsfilme auf.

Das 15. Zurich Film Festival wird am 26. September in Anwesenheit von Bundespräsident Ueli Maurer und der Zürcher Stadtpräsidentin Corinne Mauch eröffnet. Der Anlass, zu dem rund 100'000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden, dauert bis am 6. Oktober. (sda/cbe)

(Von Miriam Lenz, Keystone-SDA)

 



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