10.01.2019

Swiss Photo Academy

Ursula Markus erhält den «Lifetime Award»

Die 77-Jährige wird fürs Lebenswerk geehrt. Fotografen des Jahres sind Adrian Sonderegger und Jojakim Cortis.
Swiss Photo Academy: Ursula Markus erhält den «Lifetime Award»
Freuen sich über die Auszeichnungen (v.l.): Adrian Sonderegger, Ursula Markus und Jojakim Cortis. (Bild: Reto Turotti)

Sie arbeitete als freischaffende Fotografin für die Illustrierte «Die Woche» und Frauenzeitschriften wie «Elle». 1991 erhielt sie den «World Press Photo Award»: Ursula Markus. Nun zeichnete die Jury der Swiss Photo Academy Markus im Rahmen der Werkschau Photo Schweiz 19 für ihr Lebenswerk aus.

Die Zürcher Fotografin besteche durch ihre schwarzweissen, feinfühligen Bildthemen, die klassisch und analog fotografiert wurden, heisst es in einer Mitteilung. Ihr Schwerpunkt sind Reportagen im In- und Ausland. Sie publiziert Bücher zu Themen, die sich mit gesellschaftlichen Randgruppen und ihren Veränderungen beschäftigen: Transmenschen, Menschen mit Behinderungen, den neuen Grossmüttern und Grossvätern. Eines der Bücher widmete sie ihrer Mutter, die Alzheimer hatte. In einem andern hielt sie anhand von Porträts das pralle Leben und die Widersprüchlichkeit des Zürcher Kreises 4 fest. Sie hat viele Flüchtlinge, denen sie Deutschunterricht gibt, fotografiert. Die Fotografie sei ihre Berufung, heisst es weiter. Auch als 77-Jährige verfolge die Zürcherin hartnäckig ihre Projekte.

Markus wurde 1941 in Kolumbien geboren und ist in Trinidad, Iran und der Schweiz aufgewachsen. Sie lebte zwei Jahre in Israel, fünf Jahre in Australien und ist seit 1972 in der Schweiz.

Mit dem «Lifetime Award» ehrt die Jury der Swiss Photo Academy unter dem Vorsitz von Res Strehle, Präsident der Schweizer Journalistenschule MAZ und langjähriger Chefredaktor des «Tages-Anzeigers», seit 2015 jedes Jahr eine Persönlichkeit, die sich in besonderem Masse um die Schweizer Fotografie verdient gemacht hat.

Der Preis wurde am Donnerstagabend im Rahmen der Award Ceremony zum «Schweizer Fotografen» vergeben. Zu den Fotografen des Jahres gekürt wurden Jojakim Cortis und Adrian Sonderegger. «In Zeiten, in denen in der Fotografie mit alternativen Mitteln hantiert wird, animieren sie mit ihren raffinierten Werken zum Nachdenken und Hinterfragen. Sie zeigen auf spielerische Art das Verhältnis von Authentizität und Illusion in der Fotografie auf», begründet Strehle den Entscheid. (pd/cbe)



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