25.08.2019

NZZ Libro

Vertrieb des Bundesratslexikons gestoppt

Der NZZ-Libro-Verlag hat wegen eines Streits um ein Porträt über Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger vorübergehend den Vertrieb des Bundesratslexikons gestoppt. Laut Felix E. Müller soll das Buch im Herbst wieder in den Handel kommen.
NZZ Libro: Vertrieb des Bundesratslexikons gestoppt
Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger ärgert sich über Fehler im Bundesratslexikon. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)
von Edith Hollenstein

Der NZZ Libro hat wegen eines Streits um ein Porträt über Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger vorübergehend den Vertrieb des Bundesratslexikons gestoppt. Auch die Buchhandlungen würden mit dem Standardwerk nicht mehr beliefert. Sie könnten lediglich noch ihre bereits bestellten Exemplare verkaufen. Hintergrund ist ein Streit über inhaltliche Angaben im Porträt über SP-Politiker Leuenberger.

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Verfasst wurde es von Felix E. Müller, dem früheren Chefredaktor der «NZZ am Sonntag».

Es handle sich um «kleinere Faktenfehler»

Wie die CH-Media-Zeitungen bereits Mitte Juni berichtet hatten, stört sich Leuenberger an mehreren Passagen des Lexikons. Seine Familiengeschichte sei «kreuzfalsch» wiedergegeben. Auch falsch sei die Angabe, wegen ihm (Leuenberger) sei ein Gesetz beschlossen worden, das eine Karenzfrist für die Übernahme von Mandaten vorschreibe. Und besonders vehement wehrt sich Leuenberger gegen die Passage, laut der ihm der Bundesrat das Flughafendossier entzogen habe. Es handle sich dabei um eine «gravierende Falschbehauptung», sagt er in der «SonntagsZeitung».

Nachdem er sich im Juni gegenüber den CH-Media-Zeitungen nicht detailliert geäussert hatte, räumt Autor Felix E. Müller nun in der «SonntagsZeitung» Fehler ein. «Bezüglich der Karenzfrist für die Übernahme von Mandaten und seines Familienlebens sind mir kleine Fehler unterlaufen. Ich bin grundsätzlich bereit, diese zu berichtigen, beispielsweise mit einem Einlegeblatt», sagt Müller in der «SonntagsZeitung». Hingegen sei die Aussage, Moritz Leuenberger sei das Flughafendossier entzogen worden, «realpolitisch gerechtfertigt», sagt er. «Es ist aktenkundig, dass Micheline Calmy-Rey zeitweise die Verhandlungen mit Deutschland führte.»

Streit um «etwa 12 Zeilen»

Gegenüber persoenlich.com ergänzt Müller: «Es handelt sich beim Stopp der Auslieferung um eine freiwillige Massnahme des Verlags, die Ende August ausläuft. Damit soll die Bereitschaft signalisiert werden, eine gütliche Einigung mit Moritz Leuenberger zu finden. Nachher wird das Bundesratslexikon wieder in den Handel kommen», schreibt Müller am Sonntagvormittag auf Anfrage.

Er ärgert sich über die Dimension des Streits: «Um das in die richtigen Proportionen zu rücken: Es geht um vier kurze Passagen im Beitrag über Moritz Leuenberger, insgesamt vielleicht 12 Zeilen.» Dazu gehöre etwa die Behauptung Leuenbergers, es sei eine falsche Departementsabkürzung verwendet worden: UVEK statt EVED, so Müller.

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Alt-Bundesrat Leuenberger hat laut der «SonntagsZeitung» schon vor dem Erscheinen bei Herausgeber und Historiker Urs Altermatt angerufen und diesen gebeten, niemand von der «NZZ am Sonntag» das Porträt verfassen zu lassen.

Es scheint, als seien die Fronten bereits nicht mehr ganz so verhärtet: In der aktuellen Ausgabe der «NZZ am Sonntag» ist die Rede von Moritz Leuenberger zum 40. Jubiläum des Zürcher Theaterspektakels in voller Länge abgedruckt, vielleicht ist das ein Zeichen der Annäherung.

 



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Kommentare

  • John clerc, 27.08.2019 21:55 Uhr
    Ce livre est fort intéressant mais il est dommage que les mêmes erreurs se répètent. Ainsi à la page 397, le nom de Boulganine manque dans la légende de la photo. Il est entre Pinay et Petitpierre. L’ordre d’élection des conseillers fédéraux Graber et Brugger est inversé. Le Zurichois a été élu en premier et est devenu président de la Confédération en 1974 alors que le Neuchâtelois, élu après lui, n’a revêtu cette fonction qu’en 1975. S’agissant d’Aubert, les dates concernant son appartenance au Conseil général et au Grand Conseil sont 1960 et non 1961 pour la première autorité et 1961 et non 1965 pour la seconde. Son adversaire en 1971 était le libéral (et non radical) Blaise Clerc; le radical étant l’autre conseiller aux Etats Carlos Grosjean.

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